Ringo Starr - Y Not - Cover
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Ringo Starr Y Not


  • Label: Hip-O Records/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der ehemalige Beatles-Drummer Ringo Starr, der in diesem Jahr 70 wird, hat seinen Ruf als Spaßvogel und Bruder Leichtfuß nie loswerden können – und wohl auch nie wollen. Für ihn bedeutet Musik Spaß an der Freude, mit Kumpels abhängen, Songs schreiben und live spielen. Dabei gilt: bloß nicht verkrampfen und keine Experimente! Wenn dann in der Presseinfo zum neuen Album „Y Not“ die Rede davon ist, dass es sich um sein bis dato persönlichstes Werk handele, ist allerdings Vorsicht geboten.

Es stellt sich die Frage: Macht der Liverpooler auf seine alten Tage eine Metamorphose zum gereiften Songwriter durch oder bleibt er seinen federleichten Popsongs treu? Die Antwort lautet: Auch wenn Ringo Starr in Stücken wie The other side of Liverpool“ eine autobiographische Aufarbeitung seiner Karriere vornimmt, geschieht dies immer auf poppig-eingängige Weise, wobei jeder Song den Geist der frühen Beatles atmet, als die Pilzköpfe noch unbedarften Pop machten, der nicht erahnen ließ, dass das einmal Werke wie das „White Album“ oder „Sgt. Peppers Loneley Hearts Club Band“ folgen würden.

Die ganz frühen Beatles-Songs sind dann auch die Schnittstelle für den Hörer, um den Zugang zu Ringo Starrs Form von Popmusik zu finden. Freilich, an die Qualität von Beatles-Songs kommt sein Songwriting über weite Strecken auch auf „Y Not“ nicht heran, selbst wenn Ringo Starr auf eine unglaubliche Schar musikalischer Begleiter und Songwriter-Gäste wie Joe Walsh, Dave Stewart, Steve Dudas, Benmont Tench, Don Was, Joss Stone, Ben Harper, Richard Marx, Paul McCartney, Glen Ballard, Van Dyke Parks, Gary Nicholson und Gary Wright zurückgreifen kann.

So kommt „Walk with you“ zwar im Duett mit Paul McCartney daher, der seinen Part allerdings mehr oder weniger zwischen Tür und Angel eingesungen bzw. improvisiert hat – was man auch ein bisschen heraushören kann. Und wer den Balladenonkel Richard Marx als Co-Songwriter verpflichtet, muss eben damit rechnen, dass dabei ein Schmachtfetzen wie „Mystery of the night“ herauskommt. Aber Schwamm drüber. Es sind die kleinen Dinge, die auf „Y Not“ Freude machen.

Da wären zum Beispiel relativ simple Tracks wie „Time“, der durch das grandiose Zusammenspiel der Musiker gewinnt oder das bluesige „Can’t do it wrong“, das durch die geschmackvolle Kombination aus Bläser- und Pianoklängen zu gefallen weiß. Auch das abschließende Duett mit Jungstar Joss Stone („Who’s your daddy“) fällt positiv aus dem Rahmen. Die 22-Jährige verleit dem klassischen Rock’n’Roll-Track eine gehörige Portion Sex und Soul. Dass sich dazwischen jede Menge 08/15-Songs tummeln, ist für ein Ringo-Starr-Album fast schon normal. Der Hörer sollte mit dem alten Herrn demnach nicht allzu hart ins Gericht gehen.

Anspieltipps:

  • Time
  • Peace dream
  • Walk with you
  • Can’t do it wrong
  • Who’s your daddy

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