Ocean Colour Scene - Saturday - Cover
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Ocean Colour Scene Saturday


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

So egal war noch kein Ocean-Colour-Scene-Album zuvor.

Als die Gruppe Ocean Colour Scene aus Birmingham circa Mitte der 90er Jahre in der von Bands wie Blur und Oasis ausgelösten Hochphase des BritPop auf der Erfolgswelle mitschwimmen durfte, galt sie als netter, aber nicht unrelevanter Gegenentwurf zu den mitunter etwas zu rüpelhaften Bands aus London und Manchester. Dass man Ocean Colour Scene schneller als andere BritPop-Bands wieder aus dem Auge verlor, obwohl sie bis dato neue Alben herausbringen, liegt sicher an besagter, wie ein Damoklesschwert über der Band schwebenden Nettigkeit, mit der sich nur schwer vom Durchschnitt abzugrenzen ist.

Auch das neunte Studioalbum „Saturday“ leidet verschärft darunter. Die Band gibt sich zwar Mühe, bringt aber kaum Bemerkenswertes zustande. Viel schlimmer: Von den 14 Tracks will fast keiner funktionieren. Überall verstecken sich schlagerartige, an Chris DeBurgh (!) gemahnende Melodien mit schmissigen Bläsern und Honky-Tonk-Piano („Saturday“, „Sing children sing“), zu denen sich schunkeln („Old pair of Jeans“) oder anderes dummes Zeug machen lässt. Nur Spaß macht das nicht!

Bombastische Balladen mit Orchesterunterstützung wie „Harry kidnap“ erzielen keine Wirkung, bemühte Gute-Laune-Songs mit Beatles-Zitaten verpuffen („Mrs. Maylie“, „What’s mine is yours“) und selbst wenn die Gitarren mal ein kleines bisschen lauter werden, ist es für die Katz („Magic carpet days“). Traurig aber wahr: So egal war noch kein Ocean-Colour-Scene-Album zuvor. Und schon früher musste man sich zwingen, bis zum Schluss durchzuhalten.

Bei „Saturday“ klappt dies nur unter Zuhilfenahme der Fernbedienung des CD-Players, denn Stücke wie „Postal“ sind einfach nur Zeitverschwendung. So hilft der Hörer dem 45-minütigen Album selbst auf die Sprünge und es dauert in der Tat bis kurz vor Schluss, um mit „Fell in love on the street again“ den stärksten Songs des Albums zu entdecken. Eine lange Zeit, die Mann/Frau bereit sein muss aufzubringen.

Anspieltipps:

  • Rockfield
  • Village life
  • Just a little bit of love
  • Fell in love on the street again

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