Jennifer Rush - Now Is The Hour - Cover
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Jennifer Rush Now Is The Hour


  • Label: Ariola/Sony Music
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn eine Band jedes Jahr ein Album veröffentlicht, sind die Fans und die Plattenfirma meist sehr zufrieden. Gibt es nur alle zwei oder drei Jahre einen neuen Silberling, wird man schon ungeduldiger. Wenn aber nach zehn Jahren immer noch nichts kommt, macht sich langsam Verzweiflung breit. Falls dann nach 13 Jahren Pause eine neue CD erscheint, denkt der geneigte Fan: Endlich etwas Neues, das muss einfach gut sein.

Bei 80er-Jahre-Ikone Jennifer Rush lief es ein wenig anders als bei der jetzt wieder singenden Kollegin Whitney Houston: Sie zerstritt sich nach einer Weltkarriere und nachlassendem Erfolg in den 90er Jahren mit ihrer damaligen Plattenfirma und widmete sich ganz der Erziehung ihrer Tochter. Nun hat Frau Rush, bürgerlich Heidi Stern, endlich einen neuen Plattenvertrag bei der Ariola und besorgte sich im letzten Jahr eine Horde Songwriter, die internationale Erfolge aufweisen kann. In Berlin wurden 15 neue Songs eingespielt und nicht nur die Fanschar lauscht gespannt auf das was da aus den Boxen kommt.

Über die Stimme von Jennifer Rush lässt sich knapp festhalten: Sie besitzt immer noch eine erstaunliche Kraft, die hätte Whitney auch noch gern, aber das ist ein anderes Thema. Rushs Stimme ist unverwechselbar und eindringlich, sie thront über den Arrangements wie eine Königin über ihren Untertanen. Die zahlreichen Songwriter schneidern Rush zeitgemäße Tracks auf de Stimmbänder wie z.B. die britische Songwriterin Natasha Bedingfield, die bei „Betcha never“ eine sehr moderne Popnummer für Rush komponierte, die mit entspannten Gitarrenklängen schön sommerlich klingt. Es gibt aber auch Auswüchse wie „Down on my knees“ oder „Just this way“, die auch dem modernen Dance-Pop frönen, aber dabei gefährliche Parallelen mit dem berüchtigt stampfenden „Modern Talking“-Sound offenbaren. Die Balladen, „Windows“, „Still“, „Ain't loved you long enough“ und „Now is the hour“ beweisen eindeutig, dass Jennifer Rush im Grunde jedem Song durch ihre Stimme emotional ihren Stempel aufdrücken kann wie sie ist nun schon seit 30 Jahren vermag.

Man kann also von einem gelungenen Comeback der Jennifer Rush sprechen, die zwar nicht nur kompositorische Perlen performen darf, aber im Grunde beim modernen Dance-Pop und gleichzeitig bei den obligatorischen Balladen ihre stimmlichen Fähigkeiten perfekt einsetzen und ein musikalisch abwechslungsreiches Album vorweisen kann.

Anspieltipps:

  • Dream Awake
  • Betcha Never
  • Head Above Water
  • Ain't Loved You Long Enough

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