Gamma Ray - To The Metal - Cover
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Gamma Ray To The Metal


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Unverhohlenes Recycling der Ideen alter Metal-Helden.

Zugegeben: besondere Eigenständigkeit war noch nie ein herausragendes Kennzeichen von Gamma Ray. Dass sich die Band um Ex-Helloween-Kürbiskopf Kai Hansen dennoch über die Jahre hinweg einen festen Platz in der deutschen Metal-Landschaft erspielt hat, ist wohl auf die nicht abzustreitenden technischen Fähigkeiten der Bandmitglieder und dem Sinn für eingängige Melodien im Songwriting zurück zu führen. Gassenhauer wie „Heavy Metal Universe“ gehören schließlich heute zu den Standards auf jeder guten Metal-Party. Dass man sich bei derartigen Nummern schon gerne mal bei älteren Kompositionen von Manowar und Co. bedient, ist dabei kein Geheimnis.

Und damit wären wir beim größten und auffälligsten Manko vom neuesten Gamma-Ray-Output mit dem programmatischen Titel „To The Metal“ angekommen. Das unverhohlene Recycling der Ideen alter Metal-Helden wie Judas Priest (sind wir mal ehrlich, es wird nicht leichter mit den Möglichkeiten konventioneller Harmonik neue Songs zu schreiben), wäre nicht ganz so ärgerlich, wenn die daraus entstandenen Titel wenigstens durch den von Gamma Ray gewohnten Ohrwurm-Charakter punkten könnten. Doch gerade dieser vermeintliche Pluspunkt der deutschen Metaller wird zum Stolperstein: während ein Gros der Songs wie „Rise“ und „Chasing Shadows“ in bester Helloween-Manier kräftig auf die 12 geben (Fans dieser Gruppe werden sich über die Gesangseinlage von Michael Kiske bei „All You Need To Know“ freuen), kommt der Titeltrack „To The Metal“ eine Ecke langsamer und rockiger daher. Der Refrain soll wohl zum Mitgrölen animieren („Hail to the metal! Hail!“), wirkt in seiner Einfachheit aber so platt und abgegriffen, dass er eher zu einem heißen Kandidat für die Skiptaste wird.

Positiver fallen das Hymnenartige „No Need To Cry“ und das mit dezent-modernen Elementen ausgestattete „Deadlands“ auf, können aber insgesamt das Album nur von einem nervigen Totalabsturz in einen annehmbaren Szenestandart hinüber retten. Insgesamt also durchschnittliche Genrekost ohne Innovation. Das können Sie besser, Herr Hansen!

Anspieltipps:

  • No Need To Cry
  • Deadlands

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