Broken Bells - Broken Bells - Cover
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Broken Bells Broken Bells


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Tausendsassa Brain Burton schlägt wieder zu. Und wieder ist es hochempfindlicher und sich schleichend entfaltender Qualitäts-Pop. Wem Brain Burton noch nichts sagt, dem behelfe mal an dieser Stelle eine treffliche Zusammenfassung des Promo-Texts:

„Brian Burton aka Danger Mouse geriet erstmals 2004 mit seinem “Grey Album“ in die Schlagzeilen der Musikpresse, für das er unautorisiert Beatles-Samples mit Jay-Z-Accapella-Rap-Parts kombiniert hatte. In den folgenden Jahren landete er zusammen mit Sänger Cee-Lo Green als Gnarls Barkley zunächst den Welthit “Crazy“ und veröffentlichte anschließend die beiden Alben “St. Elsewhere“ (2006, US-Platin) und “The Odd Couple“ (2008). Außerdem trat der New Yorker u.a. als Produzent des Gorillaz Albums “Demon Days“ (2005), einiger Stücke der Band The Rapture und der Indie-Supergroup The Good, The Bad And The Queen in Erscheinung. Auch das Beck Album “Modern Guilt“, The Black Keys’ “Attack & Release“, Martina Topley-Birds “Blue God“ und “Replica Sun Machine“ von The Shortwave Set entstanden unter seiner Regie. Außerdem veröffentlichte er zwischen 1999 und 2002 einige Alben und EPs unter dem Pseudonym Pelican City. Damit nicht genug: Zusammen mit dem Rapper MF DOOM entstanden zwei Alben unter dem Namen DANGERDOOM. Seit 2005 wurde der 32-jährige für elf Grammys nominiert, 2006 erhielt er die begehrten Preise in den Kategorien “Best Alternative Album“ und “Best Urban Alternative Performance“. Das Esquire-Magazin nahm ihn in die Liste der “75 einflussreichsten Menschen des 21. Jahrhunderts“ auf.“

Brian „11-Grammy-Nominierungen“ Burton, also, gehört zu jenen Produzenten, die anders als Timbaland oder Pharrell Williams, aus Künstlern mehr Eigenständigkeit herauszukitzeln scheint, anstatt ihnen einen Einheitsbrei-Sound zu verpassen, der am Ende den Produzenten vor dem Künstler erscheinen lässt. Wahrscheinlich unter anderem aus genau diesem Grunde, willigen aktuelle Künstler so gerne in seine Vorhaben ein. Zuletzt das letztjährige, verhinderte Sparklehorse/Danger Mouse-Album „Dark Night Of The Soul“, auf dem Julian Casablancas (The Strokes), Frank Black (Pixies), Iggy Pop, Vic Chesnutt, The Cardigans Nina Persson u. a. mitwirkten, und welches im Künstler-vs.-Plattenfirmastreit zuerst nicht veröffentlicht wurde, nur im Internet kursierte und schließlich doch, nach Einigung, im Sommer diesen Jahres in die Regale gebracht werden soll.

Nun also lautet sein Arbeitspartner James Russel Mercer, seines Zeichens Kopf der amerikanischen Indie-Rock-Band The Shins. Zusammen sind sie Broken Bells uns schaffen sehr ansprechenden, anspruchsvollen, wie träumerischen Indie-Pop. Melodie-Arrangements und Beat-Einsätze überwiegen die stimmliche Leistung Mercers hierbei deutlich – unaufgeregt schön, könnte man die Musik der Broken Bells titulieren, bei der das zarte Gemüt Entsprechung in musikalischer Form findet. Handclaps und Indie-Gitarren-Gezupfe helfen „The Ghost Inside“ zum stärksten Song auf dem unbetitelten Debüt zu machen, „Mongrel Heart“, „The High Road“ und „October“ versprühen ähnlich fragile Vorfrühlingsknospen. Kaputte Glocken oder Klingeln gibt es hier irreführenderweise nicht zu umschleichen. Broken Bells ist pure Schönheit, ohne Kanten, Scherben und Brüche.

Anspieltipps:

  • The Ghost Inside
  • Mongrel Heart
  • The High Road
  • October

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