Charred Walls Of The Damned - Charred Walls Of The Damned - Cover
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Charred Walls Of The Damned Charred Walls Of The Damned


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Endlich wieder eine Supergroup! Diese Bandprojekte, die ihre Aufmerksamkeit dank ihrer aus verschiedenen anderen Bands bekannten Mitglieder von ganz alleine bekommen, sind immer ein kleines Spektakel für sich. Was Velvet Revolver für den Hardrock und Me First And The Gimme Gimmes für den Funpunk sind, sind Charred Walls Of The Damned für den klassischen Heavy Metal. Unlängst löste die Supergroup Them Crooked Vultures aus Fragmenten der Foo Fighters, Led Zeppelin (!) und Queens Of The Stone Age ein riesiges Medienecho aus. Charred Walls Of The Damned hat in der Besetzung ähnlich große Namen zu bieten, entflieht aber durch die härtere Gangart dem Mainstream-Rummel, wodurch man sich leichter auf die Musik an sich konzentrieren kann. Und die hat es in sich.

Multitalent Richard Christy, der jeweils für ein paar Jahre bei Iced Earth und Death trommelte und ebenso als komödiantischer Radiomoderator bekannt ist, rief die Band ins Leben. Er versammelte Sänger Tim „Ripper“ Owens (Judas Priest ´96-´02, Iced Earth ´03-´07), Lead-Gitarrist Jason Suecof (Produzent für Trivium, The Black Dahlia Murder u.a., Mitglied bei Capharnaum) und Bassist/Gitarrist Steve DiGiorgio (Ex-Basser bei Iced Earth, Death, Testament u.a., Mitglied bei Sadus) um sich. Ein immenser Haufen Metal-Erfahrung also, die mit dem selbstbetitelten Album auf den Hörer losgelassen wird. Die bunte Mischung an Metal-Sparten, die sich dabei auftut, ist nicht nur interessant, sondern geht auch gut auf.

Während die alten Hasen ihre traditionsbewussten Metalnummern abziehen, verpasst der an den Reglern tätige Suecof dem Ganzen einen modernen Sound, der von seiner Arbeit mit jüngeren Bands geprägt ist und auch ins Songwriting hinein zu reichen scheint. Mit „Ghost Town“ hat die Scheibe einen rasanten, von knackigen Blastbeats und Gitarrensoli durchzogenen Anfang, gefolgt vom der balladenartigen Nummer „From The Abyss“, die vom im zackigen Midtempo rangierenden „Creating Our Machine“ aufgefangen wird. Danach gefällt „Blood On Wood“ mit eingängigen Rhythmen, bis sich Charred Walls Of The Damned im restlichen Teil des Albums eher der gezügelten Gangart verschreiben, wenn auch immer wieder unterbrochen von rasenden Schlagzeug-Einlagen durch Christy, der ohnehin meistens ein paarmal öfter draufhaut, als es der Standard verlangt. Keines der Bandmitglieder scheut sich, sein Können durch technisch anspruchsvolle Parts in den verschiedenen Songs unter Beweis zu stellen. Dennoch wird der Sound klar von „Rippers“ hohem Gesang dominiert, der einen schier wegpustet. In seinem Gesangsstil gehört er zweifellos zu den Besten der Besten.

Man merkt nicht zu knapp, dass hier ausnahmslos Vollprofis am Werk sind. Das Album ist ein richtiger Heavy-Metal-Wirbelwind. Leider wollen sich auch nach mehrmaligem Hören von „Charred Walls Of The Damned“ keine gewissen Hits herauskristallisieren. Das Album rockt einfach nur ungemein vor sich hin. Warum auch nicht? Charred Walls Of The Damned sind ein All-Star-Projekt zum Genießen. Dabei wird durch die frische Produktion der Old-School-Stil à la Judas Priest den heutigen Metalcore-Jüngern und Konsorten ein Stück näher gebracht.

Anspieltipps:

  • Ghost Town
  • Blood On Wood
  • The Darkest Eyes

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