Nemhain - From The Ashes - Cover
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Nemhain From The Ashes


  • Label: Tiefdruck Musik
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn sich eine Band mehr als drei Jahre Zeit nach der ersten EP lässt, dann muss man schon ins Grübeln kommen. Woran hat es gefehlt? War die EP „Blood Runs Free“ nicht von allerhand Magazinen hoch gelobt und ein Rockerlebnis der kompromisslosen Art? Vielleicht lag es gerade an dieser Kompromisslosigkeit, dass man sich so viel Zeit für das Album ließ und für ein geniales Album geht man ja dann doch gerne auf eine lange Wartezeit ein.

Ein sicherer und bekannter Einstieg ist da ein Brecher, wie es der Titeltrack ist. Die Schweden hauen Amber Erlandssons Stimme in den Ring, welche vorher als großes Plus angepriesen wird. Hier findet sich auch tatsächlich eine gute Stimme vor, die allerdings nicht das Prädikat „internationale Größe“ für sich beansprucht. Musik wie die des Openers verspricht, dass die Massen toben und sich gegenseitig den Platz vor der Bühne streitig machen werde, doch am CD-Player im trauten Heim wird diese Daueradrenalinshow schnell zur Qual.

Wenige Ausnahmen wie „Clear My Eyes“, „Girls Like Honey“ und „Babylonia” versuchen so etwas wie Dynamik in das Album zu bringen, welches ansonsten brutalen Rock an weiteren reiht. Das ist natürlich legitim, wenn man hart klingen will, wie es Nemhain ganz sicher im Sinn hat. Nur wenn die Lieder sich bloß schemenhaft von einander unterscheiden, macht man sich doch so seine Gedanken. Straight kann ein Zauber, aber auch ein Fluch sein.

Auf der EP hat man gerne durchgerockt und ohne Erbarmen die Ohren malträtiert. Über eine Dreiviertelstunde verteilt allerdings, fehlt es an Substanz und der nötigen Essenz, die Lust auf das nächste Lied macht. Das einzige, was hier vorantreibt, ist Härte. Wer auf der Suche nach geradliniger Prügel für die Ohren ist, wird sich hier wohl fühlen. Da sind herrliche, musikalische Brechstangen wie „The Filth And The Fury“ oder „Heroin Child“, welches sich einem Hauch an Melodie nicht entziehen kann. Alles in allem ein Hardrock-Paket, welches keine Wellen aufwirft, aber zumindest auch nicht in der rauen Hard-Rock-See untergeht.

Anspieltipps:

  • From The Ashes
  • Girls Like Honey
  • The Filth And The Fury

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