Gretchen Parlato - In A Dream - Cover
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Gretchen Parlato In A Dream


  • Label: Obliqsound/SOULFOOD
  • Laufzeit: 47 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

260 Jahre Goethe feierten wir 2009. In Goethes Faust sang Gretchen damals vor dem Zwinger. Im wahren Leben allerdings ist Gretchen auf den bekanntesten Jazzbühnen New Yorks und anderen amerikanischen und kanadischen Städten zuhause. Die aus Australien stammende Sängerin setzt nun zum Sprung über den großen Teich an. Mit „In A Dream“ hinterlässt die Ausnahme-Vokalistin eindrucksvolle Spuren. Ihre Stimme ist klar, einfühlsam, und nuancenreich – damit verzaubert sie jeden Hörer. Das Spannende an den vorliegenden Aufnahmen ist allerdings die Tatsache, dass Gretchen Parlato nicht über allem schwebt wie eine Diva bei Tiffany´s, sondern sich kongenial einsortiert im Gesamtpaket aus Stimme und Musik. Das klingt äußerst sympathisch.

„In A Dream“ ist Gretchen Parlatos zweiter Wurf in Sachen Vocal-Jazz. Frech, fröhlich, frei zelebriert sie die Harmonien. Ihr Gesang schmiegt sich perfekt ins Gesamtbild einer tollen Begleitband – Lionel Loueke (Gitarre, Gesang), Aaron Parks (Piano, Fender Rhodes), Derrick Hodge (Bass) und Kendrick Scott (Drums, Percussion). Dabei verzichtet sie zu keiner Minute mit der Flexibilität der Stimme zu arbeiten und sich entsprechend dem Gesamtgefüge an- und einzupassen. Ein nuancenreicher Streifzug durch die Welt des improvisatorischen Vocal-Jazz.

Blumen gab es bereits für ihr Erstlingswerk „Gretchen Parlato“ aus berufenem Munde. Herbie Hancock und Wayne Shorter schwärmten in höchsten Tönen. Aber auch andere konnten und durften sich von Gretchen Parlatos Stimme überzeugen und nahmen sie mit ins Studio – u.a. zu hören auf Produktionen von Esperanza Spalding (Esperanza), Kenny Baron (The Traveler), Terence Blanchard (Flow), Justin Vasquez (Triptych) und vielen weitern mehr. Bis dato glänzte die Sängerin seit 1994 auf zweiundvierzig Produktionen unterschiedlichster Couleur. Mit „In A Dream“ dürfen wir nun aber Gretchen Parlato in ihrer ganzen Voice-Breite genießen. Entspannend, wohltuend, einfühlsam, ein Hauch von Melancholie kollidiert mit Ecken und Kanten der Improvisation. Ein gemütlicher „Parforceritt“ durch die Welt der Musik. Dabei widmet sie sich bedeutungsschwanger in Neuinterpretationen ihren Vorbildern Stevie Wonder „I Can´t Help It“ - Gitarre und Mouth-Percussion im Bossa-Style, Herbie Hancock „Butterfly“ - eine groovige Forschungsreise und Wayne Shorter „ESP“ - unverfälschter Jazz harmoniereich in Groove verpackt. Ihr Perfektes Timing und ihr Gespür für großartige Phrasierkunst ein Markenzeichen. Dazu gesellen sich Kompositionen von Duke Ellington „Azure“ - im fünfviertel Rhythmus einen Bogen spannend, von Francis Jacob „Within Me“ und „On The Other Side“, „Weak“ von SMV, Joao Gilbertos brasilianische Version von „Doralice“ und Alan Hamptons Stück „Turning Into Blue“.

Eine Vocal-Jazz CD voller Überraschungen und facettenreichen Zaubereien. Von allem etwas – Scat-Gesang, Jazz-Vocale, Mund- und Stimmakrobatik, musikalische Spielereien, Brasil und vieles mehr. Lliebevolle Preziosen, samtweich elegant und geschmeidig in Noten gefasst. Moderner, purer Jazzgenuss von hoher Qualität. Tolle, außergewöhnliche Stimme, dazu ein erstklassiges Quartett. Was will man mehr!

Anspieltipps:

  • Butterfly
  • Doralice
  • ESP
  • On The Other Side

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