Johnny Cash - American VI - Ain´t No Grave - Cover
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Johnny Cash American VI - Ain´t No Grave


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 32 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit nunmehr 6½ Jahren weilt Johnny Cash, der „Man in Black“, nicht mehr unter uns, doch es werden keine Gelegenheiten ausgelassen, weiterhin froh und munter neue Platten mit meistens alten Inhalten von ihm auf den Markt zu werfen. Am 26. Februar 2010 wäre Johnny Cash 78 Jahre alt geworden – und siehe da, es gibt wieder einmal Nachschub für das CD-Regal.

Erstaunlicherweise handelt es sich dabei um einen weiteren Teil der „American Recordings”-Reihe. Dabei wurde doch vermeldet, dass auf dem posthum veröffentlichten Album „American V: A Hundred Highways“ (06/2006) die wirklich letzten Aufnahmen des großen alten Mannes der Countrymusik zu finden sein würden. Pustekuchen! Produzent Rick Rubin hat noch einmal in seiner großen Archiv-Wunderkiste gewühlt und zehn unveröffentlichte Songs ausgegraben, die in der Entstehungszeit von „American IV: The Man Comes Around“ (11/2002) eingesungen wurden.

Mit „American VI: Ain’t No Grave“ soll die 1994 ins Leben gerufene „American Recordings”-Reihe nun also ihr unwiderrufliches Ende finden. So recht glauben mag man es nicht, zumal Sohnemann John Carter Cash die Existenz von mindestens 40 weiteren Songs bestätigte und die musikalische Qualität der „American“-Alben in aller Regel über jeden Zweifel erhaben ist. Der Verdacht des schnellen Kasse machen fällt somit zumindest aus. So auch beim sechsten Teil, der mit neun Coverversionen und einer der letzten Eigenkompositionen Cashs daherkommt („I Corinthians 15:55“).

Im Vergleich zu früheren „American“-Werken fehlen zwar Aufsehen erregende Cover-Lieder wie „Rusty cage“ (Soundgarden) oder „One“ (U2), doch die Auswahl ist immer noch äußerst geschmackvoll und eines Johnny Cash würdig. So bekam er u.a. Songs von Kris Kristofferson („For the good times“), Bob Nolan („Cool water”) und Sheryl Crow („Redemption day“) vorgelegt, die er mit zunehmend geschwächter, brüchiger Stimme vorträgt, was zu einer düsteren Gänsehautatmosphäre führt. Die Studiomusiker halten sich angenehm zurück und lassen Cashs Stimme, die streckenweise wie ein kalter Wind durch den Raum weht, viel Raum zur Entfaltung. So reiht sich auch dieser Teil der „American Recordings“ ehrenvoll in das Gesamtwerk eine großen Künstlers ein, der bis kurz vor seinem Tod an neuen Songs feilte und der Nachwelt damit ein großes Erbe hinterlassen hat.

Anspieltipps:

  • Cool water
  • Ain’t no grave
  • I don’t hurt anymore
  • Last night I had the strangest dream
  • Can’t help but wonder where I’m bound

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