OK Go - Of The Blue Colour Of The Sky - Cover
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OK Go Of The Blue Colour Of The Sky


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Bestehend seit 1999 verdingen sich die US-Amerikaner OK Go nicht nur als Musiker in der Senatskammer, Kolumnisten in der New York Times oder Unterstützer für Soullegende Al Johnson, der vom Hurrikan Katrina gebeutelt wurde, sondern veröffentlichen auch ganz gewöhnliche Studioalben. Von denen sind es mittlerweile drei, das neuste „Of The Blue Colour Of The Sky“ mit eingerechnet. Dazu noch ein Live-Film und mehrere Singles/EPs, von denen zuletzt „WTF?“ im Herbst des letzten Jahres für Aufsehen sorgte. Damian Kulash (Gesang, Gitarre), Tim Nordwind (Bass), Dan Konopka (Schlagzeug) und Andy Ross (Gitarre, Keyboards) tun also, ob nun bewusst oder unbewusst, viel dafür, nicht einfach als schlichte Musiker wahrgenommen zu werden.

Dass ihnen das aber auch überaus gut steht, zeigen OK Go zusammen mit Produzent Dave Fridmann (Mercury Rev, The Flaming Lips, Thursday, MGMT) auf „Of The Blue Colour Of The Sky“, welches mit der Single „WTF?“ vergnügt einsteigt. Der Midtempo-Funk wird vom geschmackvoll dröhnenden Bass, elektronisch verzierter Rhythmusarbeit und psychedelischem Flair auf die Spitze getrieben und vom Falsett des Sängers Damian zwingend in die hohe Kunst der Pop-Musik mit dem gewissen Irrsinn eingewiesen. „This Too Shall Pass“ macht da weiter, wirkt aber insgesamt gelöster mit seinen Klavier-Sounds, Bläsern und schepperndem Schlagzeug, das im Pop-Kontext des Albums auf passende Art eine Reibung erzeugt, die nicht ungelegen kommt, um langlebige Freude am Longplayer finden zu können.

Für diese ist allein schon dadurch gesorgt, dass es Stück für Stück Sounds zu entdecken gilt, die sich aus dem Dickicht an klassischer Songstruktur, komplexen Zwischenspielen und rohem, übereinander geschichtetem Sound-Gerüst schälen. Doch OK Go können es genau so reduziert, wie die gemächlich groovende Funk-Ballade „Skycrapers“ mit packendem Gitarrenspiel und Stimm-Eruptionen zur Schau stellt. Damit ist der Punkt erreicht, ab dem die Songs minimalistischer bleiben, was bei OK Go eigentlich nur heißt, nicht mehr ein Höchstmaß an Klängen übereinander zu schichten, jedoch scheinbar plötzlich den Reiz schmälert.

So liefern sie zwar immer noch einprägsame Melodien im schier endlosen Kosmos ab, können aber im ganzen eine Trägheit nicht verbergen, die zum Auftakt noch unmöglich schien und beim kraftlosen Folk von „Last Leaf“ Wirklichkeit wird. Einzig der Weltraum-Ritt „Back From Kathmandu“ mit dem unnachgiebigen Rhythmus und verzaubernden Melodien besänftigt in der zweiten Hälfte noch, doch kann auch er nicht verhehlen, dass der anfangs vor Kreativität überbordende Funk während der folgenden knappen Stunde immer mehr nur ordentlichem Pop weicht, der keine Begeisterungsstürme entfachen wird.

Anspieltipps:

  • WTF?
  • Needing/Getting
  • Skyscrapers
  • Back From Kathmandu

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