Eluveitie - Everything Remains As It Never Was - Cover
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Eluveitie Everything Remains As It Never Was


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

So sinnvoll und stimmig wie bei Eluveitie werden verschiedene Stilrichtungen selten vermischt.

Die acht Schweizerinnen und Schweizer von Eluveitie reiten die „New Wave Of Folk Metal“ unermüdlich. Statt ihr unkonventionelles Konzept langsam aber sicher abnutzen zu lassen, arbeiten sie fleißig daran, es zu perfektionieren. „Slania“ (2008), Labeldebüt bei Nuclear Blast, schlug mit dem Mix aus Melodic Death Metal und mittelalterlichem Folk ein wie eine Bombe. Ein Jahr drauf überraschte die Band mit einem reinen Folkalbum, „Evocation I – The Arcane Dominion“, nur um 2010 wieder wie zu Anfangszeiten maßgeblich die E-Gitarren wüten zu lassen.

Ein filmreifes Intro namens „Otherworld“ baut sorgfältig die mystische Atmosphäre auf, die vom Titeltrack „Everything Remains (As It Never Was)“ dann ordentlich aufgemischt wird. Walzende Metalgitarren gehen einher mit Fidel und Flöte. In einer etwas singletauglicheren Gangart gibt es diese Klänge anschließend in „Thousandfold“, gefolgt von „Nil“, das die beiden vorigen Nummern ausgleicht. „The Essence Of The Ashes“ besticht durch einen hymnischen Refrain und geht in die instrumentale Verschnaufpause „Isara“ über. „Kingdom Come Undone“ poltert dann wieder fast ungebremst drauf los. Im Refrain liefern die keltischen Instrumente jene Melodien, die der Schreigesang von Bandgründer Christian „Chrigel“ Glanzmann nicht bieten kann – ein perfektes Zusammenspiel von Härte und Melodie also. Doch am allerstärksten sind Eluveitie, wenn sich zu dem kräftigen Growling und der bunten Instrumentenschar auch noch der weibliche Gesang gesellt, besonders gelungen auf „Quoth The Raven“. Bei so vielen Bandmitgliedern darf der Hörer eben eine Rundumbedienung genießen.

„(Do)Minion“ gibt sich als der härteste Song des Albums, doch keineswegs ohne höchst melodische Parts. Mit „Setlon“ folgt das zweite Instrumentalstück. Spätestens hier sollte man sich bewusst machen, dass die gesangslosen Intermezzi von Eluveitie weit mehr als musikalische Trennlinien sind und nicht übersprungen werden wollen, da es sich dabei ebenfalls um anspruchsvolle Arrangements handelt. „Sempiternal Embers“ und vor allem das besonders stimmungsvolle „Lugdunon“ lassen die Scheibe schließlich hübsch ausklingen, bevor man mit dem geheimnisvollen Outro „The Liminal Passage“ endgültig rausgeschmissen und zum Drücken der Repeat-Taste angeregt wird.

So sinnvoll und stimmig wie bei Eluveitie werden verschiedene Stilrichtungen selten vermischt. Da steht „Everything Remains (As It Never Was)“ ganz in Tradition von „Slavia“; mindestens auf dem gleichen Niveau, wenn nicht noch ausgereifter. Ohne klare Ausfälle, anständig produziert und unverbraucht. Der mitunter größte Verdienst des Schweizer Oktetts ist dabei, dass es jenen Metalheads den Folk/Pagan Metal ein großes Stück näher bringt, die das Gedudel bislang zu nervig fanden.

Anspieltipps:

  • Quoth The Raven
  • Everything Remains (As It Never Was)
  • Thousandfold

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