Nicolai Dunger - Play - Cover
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Nicolai Dunger Play


  • Label: Fargo/INDIGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein wahrer Tausendsassa ist dieser Nicolai Dunger. Ganze 16 Alben umfasst seine Karriere, dabei hat er mit Streichquartetten aufgenommen, in schwedischer Sprache, mit Jazz-Trios und mit einigen Größen der alternativen Pop-Szene wie Bonnie ‚Prince’ Billy, Mercury Rev, Calexico und seinen schwedischen Landsmännern The Soundtracks Of Our Lives. Außerdem hat er noch Alben unter Pseudonym vorzuweisen. Da kommt einiges zusammen und dies unterstreicht seine Vielseitigkeit, die er in schlüssige Konzepte zu überführen weiß. Die Vergleichspalette reicht dann auch von Van Morrison über Tim und Jeff Buckley bis zu Damien Rice und Nick Cave.

Frühere Werke von Dunger stehen tatsächlich noch unter dem Einfluss der genannten Singer/Songwriter-Größen, vor allem Van Morrison scheint bei dem Schweden die meisten Spuren hinterlassen zu haben. Inzwischen ist Nicolai Dunger ein eigenständiger Sänger und Liederschreiber, der sich selbst gefunden hat und dies mit seinem neuesten Streich namens „Play“ verdeutlicht.

Der will doch nur spielen suggeriert das Coverartwork, das Dunger mit einem Hund auf dem Boden liegend zeigt. Der erste Höreindruck des Albums ist dann auch die spielerische Leichtigkeit, mit der Dunger zu Werke geht. Zuvorderst muss aber seine außergewöhnliche Stimme erwähnt werden, der Schwede hat einige Tonlagen drauf, doch letztlich sind es der emotionale Charakter und das Einfühlungsvermögen, die seinen Gesang auszeichnen. Darf man auch charismatisch nennen. Charisma haben auch die zehn Songs auf „Play“, die wunderbar komponiert, arrangiert und produziert wurden. Die instrumentelle Vielfalt mit Streichern, Bläsern, Flöten, Piano, Gitarren, Schlagzeug und Bass sowie Nina Persson als Gastsängerin auf „Tears In A Childs Eye“ wurden Song dienlich eingesetzt und tragen ihren Teil zum Zauber dieses Albums bei.

Wenn es auch so scheint, Dunger ist nicht auf den Hund gekommen, jedenfalls nicht im sprichwörtlichen Sinne, vielmehr zeigt ihn „Play“ mit Songs, die Spielfreude und die Kunst der Komposition ausbalancieren. Man kann das Album nebenbei hören, intensives Rezipieren jedoch bringt die vielfältige Schönheit der Songs ans Licht. Hinzu kommen ein großformatiges und kunstvoll gestaltetes Digipack und ein Booklet mit den Song-Texten, die den musikalischen Output noch aufwerten. Sehr überzeugend dieses „Play“.

Anspieltipps:

  • Crazy Train
  • Tears In A Childs Eye
  • Entitled To Play
  • Many Years Have Passed

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