You Me At Six - Hold Me Down - Cover
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You Me At Six Hold Me Down


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Rockmusik, die seit Mitte der Neunziger von Blink-182 und Konsorten mit mehr oder minderem Erfolg gespielt wird.

Britische Journalisten sind Künstler des Wortes, wahre Akrobaten und nicht selten auch gewiefte Verdreher. Wie die Werbung ist auch die Presse letztendlich doch nichts Anderes als ein sehr psychologisches Gewerbe, welches mit allen rhetorischen und stilistischen Tricks arbeiten muss, um die Aufmerksamkeit und das Wohlwollen oder zumindest das Interesse des Kunden zu erlangen. In dieser Disziplin macht den englischen Musikmagazinen wohl niemand etwas vor. Hier wird seit Jahren gehyped und gejubelt und geschmäht, wie es kein anderes Land zustande bekommt. Nirgends wird so voller Herzblut - gerade neue – Musik gehätschelt oder auch niedergerungen. Gerade bei Exportmusik, die aus eigenen Landen kommt, finden sich jedoch immer wieder freundliche Worte und so soll auch You Me At Six als „The Next Big Thing“ verkauft werden.

Ja, ganz recht. Die Jungs von „YM@6“ (so ihr beliebtes Kürzel unter Fans) bringen zwar schon ihr zweites Album heraus, doch mit gerade mal einem Jahr zwischen den Alben, nehmen sie ähnlich den Arctic Monkeys den Rest-Hype ihrer Anfänge mit. Was ist nun aber das Besondere an dieser Brit-Combo? Diese Frage wird schnell beantwortet. Auf „Hold Me Down“ wohl noch schneller, als auf ihrem positiv gefeierten Debüt: You Me At Six klingen ganz und gar nicht britisch. Sie klingen amerikanisch und sind somit zwar alles andere, als etwas Besonderes, aber zumindest etwas Anderes unter ihres gleichen. Anders sein ohne anders zu sein, um es noch komplizierter auszudrücken. Hier werden Power-Pop-Riffs am laufenden Band geliefert. Als Beilage kraftvoller Gesang und treibende, laute Klangbilder.

Es handelt sich um die Art von Rockmusik, die seit Mitte der Neunziger von Blink-182 und Konsorten mit mehr oder minderem Erfolg gespielt wird. Party-Rock, der den Hörer in Bewegung hält und sich einem melodischen, wie auch textlichen Pathos nicht entzieht. Schon „The Consequence“ spielt mit der Hauptessenz der Gruppe. Melodischer und kraftvoller Rock zugleich und dazu die richtige Mischung aus Pop und Rock. Es erinnert nicht Weniges an Jimmy Eat World. Dieser Eindruck geht über das gesamte Album nicht verloren, auch wenn nur wenige an die Klasse eines „Futures“ denken dürften, bei diesen doch eher College orientierten Sounds. Wer allerdings auch mal die leichtere Packung haben möchte und mit der schmalen Grenze zwischen Rock und Kitsch gerne arbeitet, ohne auf Headbanging zu verzichten: Bitteschön. You Me At Six bringen genug Energie für die guten vierzig Minuten mit und werden bis zum Ende nicht müde, ihr lineares Rockkonzept vorzutragen. Die ganz große Hymne sucht man vielleicht vergebens, aber die ein oder andere Nummer wird bestimmt ein paar Glückshormone hervorlocken.

Anspieltipps:

  • The Consequence
  • Underdog
  • Liquid Confidence

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