Hot Leg - Red Light Fever - Cover
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Hot Leg Red Light Fever


  • Label: Barbecue Rock
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Für all diejenigen, die The Darkness vermissen, Geduld liebe Leute, Geduld. Die Gerüchteküche brodelt vor sich hin und hat schon öfters von einer bevorstehenden Wiedervereinigung der Band berichtet. Wer weiß?! In der Zwischenzeit saßen die Mitglieder nicht die ganze Zeit faul auf dem Sofa. Dan Hawkins und der Rest der Band haben eine neue Kapelle gegründet, die Stone Gods, die mit „Silver Spoons And Broken Bones“ (07/2008) eine starke Scheibe vorgelegt haben. Seitdem ist es ruhig geworden, obwohl ein neues Album schon lange angekündigt wird.

Justin Hawkins, der The Darkness verlassen hat, nutzte wiederum die Zeit dazu sich von seiner Alkohol- und Drogensucht in einer Entzugsklinik zu rehabilitieren. Vielleicht wollte er einfach nicht mehr jedes Jahr 50.000 Pfund für Kokain ausgeben. Kurz danach ist er ebenfalls musikalisch tätig geworden, nämlich mit Hot Leg. Seine Band ist deutlich näher am Erbe von The Darkness, was natürlich an seiner Falsett-Stimme aber auch an der musikalischen Ausrichtung liegt. Sie versuchen das Erfolgsrezept der Glam-Rock Band fortzuführen, nur mit weniger Glam. Seltsam nur, dass dieses Debüt so klangheimlich den Weg auf den Musikmarkt fand.

Kaum ertönen die ersten Noten, meint man ein neues Album von The Darkness zu hören. „Chickens“ hat ein klares Queen-Feeling mit Hard Rock Schlagseite und knüpft damit nahtlos an das letzte Album „One Way Ticket To Hell... And Back“ (11/2005) der alten Band von Hawkins an. Natürlich sind die Anleihen der Rockmusik der 70er und ebenso einige 80er Markenzeichen wie die Keyboard-Untermalung in „You Can't Hurt Me Any More“ nicht zu überhören. Nichts geändert hat sich ebenfalls bei der Länge eines Albums, denn dieses ist mit 36 Minuten schnell vorbei. Neu ist dafür ein weiblicher Gastgesang von Beverlei Brown bei „Ashamed“. Mit dieser Dame wollte Hawkins 2007 beim Eurovision Song Contest Großbritannien vertreten, nur sind sie beim Vorentscheid gescheitert.

Die an die 80er angelehnten Stücke „Cocktails“ und „Gay In The 80s“ sind schwach, ohne Power und Überzeugungskraft. Viele andere sind eher mittelprächtig und nur wenige wirklich gut. Mit „Trojan Guitar“ gelingt den Herren ein klasse Stück, dass akustisch startet und später ein Gitarrenfeuerwerk entfacht, unweigerlich im Stil von Extreme, zu guten Zeiten versteht sich. Eines ist klar: Sie beherrschen das Rock-Handwerk ohne Wenn und Aber. Nur sind die Refrains nicht alle so einprägsam und die Kompositionen auch nicht so reichhaltig wie die von The Darkness. Es beschleicht einen das Gefühl, dass Herr Hawkins teilweise B-Seiten oder ältere unfertige Stücke mit zu Hot Leg genommen hat, zu frappierend ist die Ähnlichkeit. Ob sich die Musik dank Pete Rinaldi, Samuel SJ Stokes und Darby Todd noch ändern wird, das werden wir spätestens beim zweiten Album wissen. Im Moment ist es The Darkness 2.0, oder vielleicht doch eher 0.5.

Anspieltipps:

  • Trojan Guitar
  • Chickens
  • Whichever Way You Wanna Give It
  • I've Met Jesus

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