Jeff Beck - Emotion & Commotion - Cover
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Jeff Beck Emotion & Commotion


  • Label: Rhino Records/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine uninspirierte Seifenblase mit unangenehm seifigem Geschmack.

Der englische Gitarrist Jeff Beck (65) zählt seit den 60er Jahren, als er in Bands wie der Jeff Beck Group oder den Yardbirds spielte, zu den großen Aushängeschildern seiner Zunft. Seine Technik beruht auf einem weitgehend Plektron-freien Spiel, das irgendwo zwischen Jazz und Rock angesiedelt ist, ohne sich genau festlegen zu wollen. Jeff Beck wird gerne als Gastmusiker gebucht und beendete erst im vergangenen Jahr eine ausverkaufte Welttournee.

Sieben Jahre nach seinem letzten Studioalbum erscheint nun mit „Emotion & Commotion“ ein neues Werk des Ausnahmegitarristen, auf dem sich bei vier Tracks die britische Sopranistin Olivia Safe (28), die irische Jazzsängerin Imelda May (35) sowie Soulstar Joss Stone (22) als Gastsängerinnen tummeln. Diese machen ihren Job ordentlich, gehen aber innerhalb des Werkes relativ unscheinbar unter. Die restlichen Stücke des von Steve Lipson (Ronan Keating, Simple Minds, Boyzone, Natalie Imbruglia) und Trevor Horn (Frankie Goes To Hollywood, t.A.T.u., Robbie Williams) als Executive Producer betreuten Albums sind rein instrumental gehalten – und enttäuschen auf ganzer Linie als wirrer Konzeptquark mit schwebenden Ambientklängen auf Gitarrenbasis nebst 64-köpfigem Dicke-Hose-Symphonieorchester.

Auch wenn Gitarrenmeister Beck es zu erklären versucht und seine Beweggründe für die Kombination von klassischer Musik und dem singenden Sound seiner Gitarre in Gustav Mahlers fünfter Symphonie (!!!) begründet sieht, erschließt sich dem Hörer der tiefere Sinn hinter den ausgewählten Songs zu keiner Zeit. „Emotion & Commotion“ ist ein Sammelsurium so unterschiedlicher Coverversionen wie Jeff Buckleys „Lilac wine” und „Corpus Christi“, „Somewhere over the rainbow“ (Judy Garland), „Nessun Dorma“ (Giacomo Puccini), „I put a smell on you“ (Screaming Jay Hawkins) und Filmmusik-Schnipseln („Elegy for Dunkirk“), die nur notdürftig von einem Classic-Rock-Ambient-Mischmasch zusammengehalten werden.

Die Produktion ist – wie nicht anders zu erwarten war – ein Freudenfest für jede High-End-Stereoanlage, womit der einzige Pluspunkt dieses Werkes genannt ist, das wie eine uninspirierte Seifenblase platzt und einen unangenehm seifigen Geschmack hinterlässt.

Anspieltipps:

  • Lilac wine
  • Corpus Christi
  • I put a spell on you
  • There’s no other me

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