Delphic - Acolyte - Cover
Große Ansicht

Delphic Acolyte


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Was murmelte immer der schwedisch/dänische Koch der legendären Jim Henson Muppetshow? Man nehme folgende Zutaten: New Order, Electropop, Rave, einen Hauch Bloc Party, Pet Shop Boys, Underworld und eine modernisierte frische Fassung davon, rühre alles ganz kräftig durcheinander und fertig ist das Leibgericht. Das könnte man der britischen Band Delphic auch unterstellen, doch greift man damit eindeutig zu kurz. Es ist ganz schwierig sich den Melodien, Loops und Beats der Band aus Manchester zu entziehen, auch wenn diese komplett künstlich am Laptop entstanden sind.

Der eingängige Gesang von James Cook tut sein übriges, das man fasziniert den Klangteppichen der vier lauschen muss. Allein das achtminütige (!) Titelstück „Acolyte“, das spannender ist als das Output anderer Bands auf Albumlänge, begeistert mit interessanten elektronischen Details und Wendungen, die man bei reiner Computermusik schon länger vermisst hat. Die Soundtüftler geben alles, die perfekte Mixtur aus Trance, Dancepop, Electro, Indiepop und was auch immer zusammen zu basteln ohne sich dabei zu wiederholen oder den Hörer zu langweilen. Erste Glanzpunkte setzen dabei „Clarion call“ und „Doubt“, die sich auf der Indiepop-Spielwiese tummeln: New Order und bei „Clarion Call“ eventuell auch Bloc Party lassen grüßen bzw. Delphic geben ihre neue eigene Version davon preis: Das Keyboard trifft die Drumbeats sowie Gitarren und einen hymnischen Gesang gibt es gratis dazu.

Einen Ausfall gibt es gar nicht zu beklagen, obwohl im Laufe der CD die zeitweise Hinwendung zu den house-/tranceartigen Klängen doch eventuell die Indiepopklientel verscheuchen könnte. Doch bei allem 80iger Jahre Retro-Geschrei, welches Delphic vorgeworfen wurde, servieren sie eindeutig eine Frischzellenkur für die Electro-Genre und geizen keinesfalls mit eingängigen Song-Elementen. Einzig die Tatsache, dass vielleicht einige Tracks trotz der musikalischen Abwechslung etwas lang geraten sind, wiegt nicht so schwer und sollte dem verdienten Erfolg keinen Abbruch tun. Bitte gebt uns mehr von diesem tanzbaren Zeug, welches einfach im Ohr bleibt und immer neue erstaunliche Klänge offen legt.

Anspieltipps:

  • Clarion Call
  • Doubt
  • Acolyte
  • Counterpoint

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
Diskutiere über „Delphic“
comments powered by Disqus