Jimi Hendrix - Valleys Of Neptune - Cover
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Jimi Hendrix Valleys Of Neptune


  • Label: Legacy/Sony Music
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Sony Music hat mit „Valleys Of Neptune“ den heiligen Gral der Rockmusik im Schlepptau.

Wenn man im Zusammenhang mit den Namen Jimi Hendrix den Halbsatz „das neue Album von...” lesen muss, kann der erste Gedanke nur lauten, dass zum wiederholten Mal Kasse mit dem musikalischen Erbe des Gitarrengotts der 60er Jahre gemacht werden soll. Die Nachlassverwalter des im Jahr 1970 im Alter von nur 27 Jahren verstorbenen Ausnahmegitarristen sind nämlich von Anfang an darauf bedacht gewesen, das Erbe zwar mit Würde zu verwalten, allerdings ohne auf den einen oder anderen Dollar aus Re-Releaes und dem Heben neuer Schätze zu verzichten.

Im Großen und Ganzen passierte dies in den vergangenen Jahrzehnten auf einem durchaus vertretbaren Level, also längst nicht so exzessiv und geldgeil wie im Fall der Doors, deren verbliebene Mitglieder den immer noch nach neuem Material geifernden Markt alljährlich mit neuen CDs überschwemmen. Zum 40. Todestag von Jimi Hendrix erleben aber auch die Studioalben des Gitarrenhexers eine erneute Widergeburt als digital überarbeitete und optisch aufgehübschte Silberlinge – und zwar über den neuen Vertragspartner Sony Music, der den Universal-Konzern abgelöst hat.

Die Verantwortlichen von Sony Music bringen nicht die drei Studioalben des Meisters neu heraus, sie haben mit „Valleys Of Neptune“ auch so etwas wie den heiligen Gral der Rockmusik im Schlepptau. Auf diesem als „neues“ Jimi-Hendrix-Album angepriesenen Longplayer befinden sich 12 Tracks, die in der Zeit zwischen Februar und Mai 1969 entstanden und in vorliegender Form bisher unveröffentlicht sind. Live hatte Hendrix den einen oder anderen Song bereits gespielt, so dass der Sensationsgehalt von „Valleys Of Neptune“ nicht ganz so dramatisch ausfällt, wie uns das Label weiß machen möchte.

In den vorliegenden Studioversionen machen der behutsam restaurierte Sound und die zum Teil abweichenden Versionen den eigentlichen Sinn von „Valleys Of Neptune“ aus. Jimi Hendrix präsentiert dabei die Songs, die in London und New York aufgenommen wurden, mit starkem Jam-Session-Charakter („Sunshine of your love“) und als gewohnt virtuoser Saitenhexer mit jeder Menge Blues („Lover man“) und Wahnsinn („Fire“) im Blut. Daran ist qualitativ nicht das Geringste auszusetzen. Dennoch stellt „Valleys Of Neptune“ lediglich eine Sammlung guter, aber nicht überragender Songs dar, die dem Publikum nicht zwingend als achtes Weltwunder verkauft werden muss.

Anspieltipps:

  • Fire
  • Lover man
  • Mr. Bad Luck
  • Sunshine of your love

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