De|Vision - Popgefahr - Cover
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De|Vision Popgefahr


  • Label: Popgefahr Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

De/Vision werden mit diesem Album für keine großen Diskussionen sorgen.

Kontrovers. Ein Wort, das heute oft und gerne in den Mund genommen wird, jedoch nur noch selten positiv verstanden wird. Aufrührer, die die Massenspalten sind heute nun einmal nicht gerne gesehen, sondern man soll es immer gleich allen recht machen. An Musik kann bekanntlich so ziemlich alles kontrovers sein. Die Stimme des Sängers/der Sängerin, die Thematik der Songtexte, die Musikrichtung an sich, die Umsetzung der künstlerischen Freiheit und natürlich (völlig unnötigerweise) das Auftreten der Musiker in der Öffentlichkeit. Schaut man also genau hin, ist es die Berufung eines Musikers in gewisser Hinsicht kontrovers zu wirken, da er nicht jedem gefallen kann und man sich über Geschmack zwar nicht streiten kann, es aber letztendlich doch immer wieder tut.

Während es heute schon fast lachhaft anmutet, dass selbst Mika und Coldplay Kontroverse hervorrufen (und harte Jungs bis heute nicht ganz sicher sind, ob sie diese Musik denn nun auch hören dürfen), gab es auch mal eine Zeit, in welcher die ein oder andere Musikrichtung noch wirklich für Gesprächsstoffe gesorgt haben. Da hätten wir zum Beispiel den Dark-Synthie-Pop, der sich auf die Welle des Erfolges der anorganischen Popmusik begab und sich bis heute gut hält. Bands wie Depeche Mode bedienten sich zahlreicher Elemente und der berühmteste Vertreter Deutschlands „Wolfsheim“ hat diese Musikrichtung im Laufe der Jahre salonfähig gemacht. Eher unbekannt hingegen ist der Name „De/Vision“, wobei diese Gruppe noch länger aktiv ist, als die zerstrittenen Wölfe. Schon seit 1988 entlocken sie allerhand Gerätschaften elektronische Töne und verarbeiten sie für ihre Tracks.

Im Laufe der Jahre wurde die Band immer kleiner, immer fokussierter, was auch daran lag, dass ihre Musik die Massen wirklich spaltete. Ihr Sound war etwas Neues und Unerforschtes für den Konsumenten des neuen Jahrzehnts, auch wenn es schon immer Parallelen zu Depeche Mode gab und immer noch gibt. Dass das Wort kontrovers heutzutage jedoch an Bedeutung stark verloren hat, beweist auch die Truppe aus der Darmstädter Region. Das neue Album „Popgefahr“ ist eingängig, düster, elektronisch und tanzbar. Es ist Dark-Electro-Pop, wie man ihn auch erwartet. Keine Überraschungen und als Höhepunkt der andauernde Kampf zwischen Instrumentalteilen, die versuchen Atmosphäre aufzubauen und dem Gesang, welcher leicht zugänglich ist und wie bereits erwähnt an Depeche Mode erinnert. Die Auswahl der Songs geht über weitestgehend beatfreie Stücke, die sich mit dem Problem herum schlagen, die Mitte aus Pop und Dark zu suchen. Daneben stehen die Disco-Dark-Walzen, welche im letzten Jahrzehnt stecken geblieben sind. Das soll nicht heißen, dass die Musik veraltet ist, sondern dass diese Art und Stilrichtung heute weitestgehend verdrängt wurde, wenn man nicht gerade in einem Szeneladen auftaucht.

De/Vision zaubern nun wirklich nicht und auch für große Diskussion werden sie mit diesem Album nicht sorgen. Hier handelt es sich um handelsüblichen Elektro-Pop mit dunklem Lidschatten. Es gibt kleine Highlights für Fans des Genres und auch Fremdhörer werden nicht abgeneigt sein, wenn sie auf etwas düstereres Ambiente stehen. Nur keine Angst. Diese Popgefahr will nur spielen und anstatt derben Bisswunden, geht man eher mal Gassi. Im Grunde harmlos. Verflucht sei die Reizüberflutung der Neuzeit, die es schwer macht, wirkliche Skandale hervorzurufen.

Anspieltipps:

  • Mandroids
  • Time To Be Alive
  • Until The End Of Time

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