Carnifex - Hell Chose Me - Cover
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Carnifex Hell Chose Me


  • Label: Victory Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht einmal eine halbe Stunde durften Carnifex auf der „Never say die“-Tour (zusammen mit Whitechapel, Despised Icon, Architects und Parkway Drive) anno 2008 in der Wiener Arena als Opener spielen und trotzdem ging unter den etwa hundert Anwesenden die Post ab als wäre gerade der Headliner Parkway Drive auf der Bühne erschienen. Natürlich ist klar, dass ein Gig, der nicht einmal annähernd eine Stunde dauern soll, mit dementsprechender Aggressivität und Power ohne jegliche Verschnaufpausen angegangen werden kann, aber schließlich bestimmt noch immer das Publikum über das Gelingen einer guten Show und wenn jemals eine Band die tobende Meute vor der Bühne ins Schwitzen brachte, dann Carnifex. Doch warum all dieses hochtrabende Gesülze über einen bereits zwei Jahre zurückliegenden Auftritt der Deathcore-Truppe aus San Diego, Kalifornien? Weil der dritte Felsbrocken „Hell chose me“ genau dieselbe Wucht mit sich bringt wie eben jener apokalyptische Ausbruch 2008.

Schon das namensgebende Eröffnungsgeprügel feuert aus allen Rohren und zeigt den Neulingen am Deathcore-Sektor wie eine abwechslungsreiche Todesblei meets Core-Granate zu klingen hat und bietet mit donnernden Breakdowns, Blastbeats, krächzenden Vocals, markigen Growls, Tempo- und Rhythmuswechseln alles auf, was das Genre zu bieten hat. „Dead archetype“ setzt dem Ganzen mit einer einprägsam-wiederkehrenden Textzeile die Krone auf, „Entombed monarch“ und „Names mean nothing“ wenden diese Rezeptur ohne jeglichen Spannungsverlust in unbarmherziger Manier erneut an, bis „Heartless“ die brachiale Zerstörungswut zu Beginn mit Akustikgitarrengeklimper kontert und erst zaghaft in Bewegung kommt um kurzerhand von heranrollendem Gitarrengeschredder und Doublebasssalven in den Boden gestampft zu werden.

Die zweite Hälfte wird anschließend mit „Sorrowspell“ in Tempo Mach3 eröffnet, allerdings vergessen die fünf Scharfrichter Scott Lewis (Gesang), Cory Arford (Gitarre), Ryan Gudmunds (Gitarre), Fred Calderon (Bass) und Shawn Cameron (Schlagzeug) nie darauf ihrem metallischen Orkan der unbarmherzigen Trommelfellzerfetzung Anknüpfungspunkte in Form von hooklineartigen Brotkrumen mit auf den Weg zu geben, wodurch „Hell chose me“ einen wesentlich direkteren Zugang besitzt als so manch anderes Prügelfest am Deathcore-Sektor. Das süßliche, nach all dieser Wut äußerst unangebrachte Fadeout, welches am Ende von „Genocide initiative“ in einen weiteren Akustikgitarrenpart mündet, hätten sich Carnifex dennoch sparen können. Nichtsdestotrotz schüren die Extremhärtner eine unbändige Vorfreude auf die livehaftige Darbietung dieses absolut soliden, wenn auch etwas überraschungsarmen Hassbrockens und spielen sich damit scheinbar mühelos in die erste Liga des Deathcore.

Anspieltipps:

  • Sorrowspell
  • Dead Archetype
  • The Liar´s Funeral
  • Names Mean Nothing

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