Owl City - Ocean Eyes - Cover
Große Ansicht

Owl City Ocean Eyes


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Owl City präsentiert Traumwelten aus eingängigen und extrem melodieverliebten Tracks.

Seit nunmehr zwei Jahren sorgt ein gewisser Adam Young (23) in Form des Ein-Mann-Projekts Owl City (benannt nach der Kleinstadt Owatonna in Minnesota) in der Electro-Szene für Aufsehen. Seine ersten beiden im Keller seines Elternhauses geschriebenen und produzierten Independent-Veröffentlichungen „Of June” (06/2007) und „Maybe I'm Dreamin” (03/2008) verkaufte er millionenfach über seine Internetseite und rief damit die Plattenindustrie auf den Plan.

2009 wurde Adam Young von Republic Records im Vertrieb von Universal unter Vertrag genommen, das seine Erstlingswerke inzwischen als reguläre CDs wieder veröffentlicht hat. Mit „Ocean Eyes“ erschien in den USA im Juli 2009 dann auch der dritte Owl-City-Output, der die Hitsingle „Fireflies“ (Nummer eins in den Billboard Charts!) hervorbrachte. Diese rotiert inzwischen auch in Europa auf höchster Stufe und zeigt im dazugehörigen Videoclip einen nerdigen Twentysomething als Stubenhocker, der in einem Kellerstudio an seinen musikalischen Traumwelten bastelt.

Diese Traumwelten bestehen aus eingängigen und extrem melodieverliebten Tracks, die Young aus diversen Schichten, bestehend aus Loops, Samples, Stimmverfremdungen und hier und da eingestreuten „echten“ Instrumenten wie Gitarre und Piano, zu einer leichtverdaulichen Mischung zusammengebaut hat, die zwar gerne ihren Indie-Stempel herausstellt, aber im Augenblick zu den poppigsten Erscheinungen im Musikbusiness zählt. Ein häufig gewählter Vergleich mit Death Cab For Cutie als Electro-Version ist dabei gar nicht so falsch. Man könnte sich aber auch auf eine Reinkarnation von Moby einigen, als dieser musikalisch noch etwas relevantes zu bieten hatte.

Das größte Plus des Albums ist auch zugleich das größte Problem: Auf „Ocean Eyes“ gehen wirklich alle 12 Tracks sofort ins Ohr. Doch das ist kein besonderes Phänomen, denn die Songs sind von ihrer Machart allesamt identisch und hat der Hörer erstmal Freude an einem Stück wie „Fireflies“ gefunden, ist der Rest nur noch Formsache. Mit einem zwölffachen Frontalangriff auf die Kuschel- und Wohlfühlsynapsen wird er bewegungsunfähig gemacht. Währenddessen schmeicheln sich die Song ins Gehör und es mag einem vorkommen, als wäre man in einer Zeitschleife gefangen, wenn zwischen dem Opener „Cave in“ und dem Rausschmeißer „Tidal wave“ mal eben 40 Minuten vergangen sind.

Variantenreichtum ist wirklich nicht die Stärke von Owl City. Einzeln betrachtet sind die Songs auf „Ocean Eyes“ alle recht schön, doch am Stück genossen ist es entschieden zuviel des Guten. Schade! Aber dieses Dauer-Déjà-vu raubt dem Album am Ende seinen Zauber. In diesem Sinne: Und täglich grüßt das Murmeltier...

Anspieltipps:

  • Fireflies
  • Cave in
  • Hello Seattle
  • Meteor shower
  • The saltwater room

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
Diskutiere über „Owl City“
comments powered by Disqus