Matt Roehr - Out Of The Great Depression - Cover
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Matt Roehr Out Of The Great Depression


  • Label: earBOOKS/EDEL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Böhsen Onkelz sind nun wirklich nicht jedermanns Geschmack. Die Texte allein sorgten und sorgen stets für Kontroverse. Umso erstaunlicher war es 2007, als Matthias Röhr alleine weitermachte, nachdem die Gruppe sich 2005 aufgelöst hatte. Erstens war man sich nicht sicher, ob er alleine das Potenzial hatte und zweitens war die neue Richtung eine Überraschung. Rock mit vielen Blueselementen und gesungen wurde nur noch auf Englisch oder auch mal Spanisch. Was ist denn hier los? Konservativer Rock ohne musikalische noch textliche Ecken und Kanten? Nun, ganz so schlimm ist es nicht, aber die BÖ-Fans werden erstmal ordentlich gestutzt haben und wissen wohl, dass der sich nun Matt Roehr nennende Künstler seiner neuen Richtung treu bleiben wird.

„Out Of The Great Depression“ beginnt von Anfang an, wie ein Rockalbum aus den 90ern. Hier wird auf altmodische Art losgelegt und gerade das nostalgische wird natürlich durch den Blues hervorgerufen, der sich immer wieder einschleicht und nicht selten einen Funken Soul mit sich bringt. Dazu gesellen sich dann immer mal wieder Bläser und heraus kommt eine lebensbejahende Musikmischung, die wirklich aus Depressionen helfen sollte. „Perfect Days“ ist ein absoluter Vorreiter, der dieses Konzept verfolgt. Hier trifft sich alles, was das Instrumentalrepertoire herzugeben hat. Alle Lieder sind laut und voller guter Laune. Negative oder pessimistische Gedanken sind beinahe unmöglich vorzufinden.

Kein einziges Stück ist langsam oder ruhig. Es wird immer gleich in die vollen gegangen, womit das Album an eine Grenze stößt. Wenn der Hörer nicht gewillt ist, die knappe Stunde mitzufeiern, dann wirken die Tracks schnell zu ähnlich und verhindern, dass man mit beiden Ohren und dem Hirn zuhört. „Out Of The Great Depression“ ist ein Album, das schon brutal versucht, den Hörer aus seiner Nachdenklichkeit zu reißen und in die Sonne zu locken, die jetzt hoffentlich endlich den Schnee besiegt. Auch wenn die Tracks schnell gleich klingen, kann man das Album immer wieder hören und findet seine Lieblinge, weil die kleinen aber feinen Unterschiede nun doch vorhanden sind. Nicht meisterlich, aber gut und mit viel Herzblut reißen Lieder wie das lebensfrohe und funkige „Practice What You Preach“ und das Ska-betuchte „Canción Para Una Belleza“ die Hörer aus dem Schatten und locken zumindest aus den Boxen die Sonne. Willkommen im Frühling.

Anspieltipps:

  • Practice What You Preach
  • Canción Para Una Belleza
  • Perfect Days

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