The Black Box Revelation - Silver Threats - Cover
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The Black Box Revelation Silver Threats


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer exzessiv tourt, dem verfliegt schnell die Lust am gegebenen Material und schafft sich neues. So auch eine der Überraschungen des letzten Jahres, die inzwischen 21 und 18 gewordenen Protagonisten der Black Box Revelation aus Belgien, die, keine Zeit vergeudend, nun schon mit dem Nachfolgealbum ihres imposanten Debüts aufwarten.

Und wieder breitet sich wohliger, authentischer, simplifizierter Blues-Rock aus der Garage kommend über vibrierende Boxen. Diese beiden belgischen Jungspunde, so viel legte der Erstling unzweifelhaft nahe, haben es drauf. Vielleicht sind sie keine Erneuerer des Rock, dafür aber umso mehr Bewahrer. Mörtel im House of Rock. Ohne ihn geht es nicht.

So erweist sich auch „Silver Threats“ als stampfendes, staubiges und verschwitztes Biest. Wie eine Klapperschlange erhebt sich „High On A Wire“ lässig und bedrohlich vor uns auf, ist „5 O’Clock Turn Back The Time“ ein grinsender Southern-Rock Ausflug nach Nashville, Tennessee. „Where Has All This Mess Begun“ marschiert in Bruderschaft zum The Datsuns-Sound als psychedelischer Hardrock-Stampfer auf uns zu. Griffig pulsieren die Riffs auf dem Kracher „You Better Get In Touch With The Devil“ um die Ohren und ins Mark. Hypnotisiert und gleichzeitig reflektiert schweben die Blueser „Sleep While Moving“ und „Love Licks“ mit angezogener Handbremse in die weite der Nacht und der Gedanken. Am Ende wabert noch ein 9-minütiger Closer in Stoner-Rock-Gefilden, der den verzerrten Sound der elektronischen Gitarre huldigt.

Kein Zweifel und so simpel kann es manchmal sein: The Black Box Revelation machen herrlichen Rock. Einzig „Run Wild“ fehlt ein gewisse kompositorische Stringenz, die dem Alter geschuldet völlig akzeptabel und verspielt ist. „Silver Threats“ zeigt sich insgesamt marginal schwächer als das famose Debüt vor einem Jahr, aber letztlich nur deshalb, weil hier ein beabsichtigter, intuitiver Schnellschuss umgesetzt wurde. Noch immer wird im Studio in einem Take aufgenommen und haben Sänger/Gitarrist Jan Paternoster und Drummer Dries Van Dijck nicht mehr als zwei Wochen für alles gebraucht. Mit diesem neuen Mörtel baut es sich verdammt gut.

Anspieltipps:

  • High On A Wire
  • Sleep While Moving
  • Love Licks
  • You Got Me On My Knees

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