Endless Hallway - Autonomy Games - Cover
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Endless Hallway Autonomy Games


  • Label: Wind Up/EMI
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn fünf junge Männer mit langen, ausgefallenen Haarschnitten auf die Idee kommen neue Klangwelten zu erschaffen, dann schwingt da immer ein wenig Bedenken mit. Kann jemand, der so fixiert auf sein Äußeres ist, wirklich Neues erschaffen oder ist er nicht viel mehr damit beschäftigt, sich selbst dauernd neu zu definieren? Endless Hallway, fünf Männer aus den USA, nutzen diese Eigenschaft vielleicht auch für ihre Musik, mit der sie eben neues Terrain für den Hörer beschreiten möchte, sodass sich dieser dort nach Herzenslust ausleben kann.

Gesagt getan. Auf Worte folgen Taten und mit „Autonomy Barrier“ auch noch eine richtig gute Tat. Hier wird mit den Gesetzen der modernen Rockmusik gespielt und kein uneiniger Brei aus Rock und Synthie verkocht. Hier stimmt alles und allein der Gesang der Jungs ist ein wenig konventionell. Das hält das ganze, verstrickte Soundkonstrukt aus schnell und langsam, organisch und elektronisch, laut und leise jedoch auch wunderbar am Boden. Nach diesen Auftakt kann es eigentlich nicht besser werden. Und so ist es tatsächlich auch. Nach nicht einmal vier Minuten ist der Höhepunkt des Albums vorbei und man muss sich Gedanken machen, wie man die nächsten 38 verbliebenen Minuten verbringen soll. Die Glamrocker mit Power-Pop-Einschlag „A Bad Current“ und „Cell“ sind im Vergleich zum Auftakt nicht mehr als etwas zum Naschen für zwischendurch. College-Rock angereichert mit einigen erwachsenen Details und nötiger Härte im Instrumentalbereich.

Überhaupt nimmt der College-Teil die gute Hälfte des Albums ein und der Gesang erinnert beim Wiederhören auch in den anspruchsvolleren Stücken schmerzlich an die leichteren Nummern. Nicht, dass diese nicht gelungen seien. „Games“ und auch „Shallows“ bereiten durchaus Freude. Hier kann ausgelassen gefeiert werden, wogegen „Solvency“ und „Toppled Dynamo“ versuchen die härtere Seite der Jungs zu zeigen, was aber wie schon bei Jimmy Eat World an den Stimmorganen scheitert. Zumindest im instrumentalen Bereich machen die Jungs durchgehend einen sehr guten Job, seien es nun harte Riffs oder ruhige Zwischentöne für Balladen und sphärische Stücke („Grey Flats“, „Remora“).

Gerade der letzte Track „In Transit“ wirft noch mal Licht darauf, was aus dieser Band noch werden könnte, wenn sie sich nicht so der leichten Kost hingeben und wenn noch am Gesang gearbeitet wird, der sich auf diesem Debüt nur selten perfekt an die Melodiekurven lehnt. SO ist es noch ein weiter Weg in die Liga der außergewöhnlichen Rockbands. Das Mittelmaß, das muss man eingestehen, ist für das Quintett aber auch zu schade.

Anspieltipps:

  • Autonomy Barrier
  • In Transit
  • Cell

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