Kool Savas - John Bello Story III - Cover
Große Ansicht

Kool Savas John Bello Story III


  • Label: Essah Entertainment
  • Laufzeit: 58 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem dritten Teil der 2005 begonnenen „John Bello Story” beschließt der deutsch-türkische King of Rap seine erfolgreiche Mixtape-Trilogie. Wieder hat Kool Savas eine große Rapper-Familie um sich versammelt, die unter der Federführung von Beat-Königin Melanie „Melbeatz“ Wilhelm 16 Tracks zum Besten gibt.

Dass ein Independent-Künstler dabei auch unter kommerziellen Druck zu stehen scheint, zeigt der Aufruf auf der Homepage von Kool Savas, wo es zur Veröffentlichung von „John Bello Story III” heißt: „Wir haben alles gegeben. Jetzt müsst Ihr alles geben: Helft uns und macht Rap ein bisschen besser! Wir wollen und müssen die Charts stürmen!“. Durchaus verständlich, denn die Zeiten sind hart.

„John Bello Story II“ war das erste Album von Kool Savas nach der Trennung seines Labels Optik Records vom Major Sony Music. Inzwischen ist aber auch Optik Records geschlossen und die dritte „John Bello Story” erscheint auf dem frisch aus der Taufe gehobenen Label Essah Entertainment. Deren Macher hätte sich nichts dagegen, wenn das Album mehr als die üblichen paar tausend Einheiten verkaufen würde, mit denen man gegen einen gewissen Gold-Rapper nicht mal entfernt anstinken kann.

Auf „John Bello Story III“ tummeln sich u.a. Curse, Franky Kubrick, Azad, Ercandize und Olli Banjo – und damit ein paar der Top-MCs der ersten deutschen Rap-Liga. Sie alle wurden an einem geheimen Ort zusammengetrommelt, um der „Bello“-Reihe einen finalen Klassiker hinzuzufügen. Denn die Messlatte hängt nach zwei in der Szene sehr gut angekommenen Werken hoch und ein guter Ruf ist schnell verloren. Doch die Gang auf „John Bello Story III“ nimmt die Herausforderung an und liefert ein authentisches Album mit abwechslungsreichen Tracks ab, das den Niedergang der deutschen Rap-Szene etwas bremsen kann.

Der Hörer bekommt zwar keine essentiellen Geniestreiche vorgesetzt, doch der immer größer werdende Fremdschämfaktor wird hier nicht zusätzlich bedient. Musikalisch und textlich sind die 16 Tracks auf solidem Niveau und stellen somit einen versöhnlichen Abschluss der „Bello“-Trilogie dar.

Anspieltipps:

  • MySpace
  • Weg nach draußen
  • Die John Bello Story
  • Rhythmus meines Lebens
  • Mach doch deinen Scheiß

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Gebäck In The Days: Live In Hamburg
  • 2017    
Diskutiere über „Kool Savas“
comments powered by Disqus