The Red Chord - Fed Through The Teeth Machine - Cover
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The Red Chord Fed Through The Teeth Machine


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Fused together in revolving doors” (03/2002) krachte mit einem lauten Knall in die Metal-Szene und „Clients” (05/2005) hatte mit seiner durchaus konzeptuellen Ader (jeder Song beschäftigt sich mit einer anderen psychischen Störung des Menschen wie z.B. Schizophrenie) ebenfalls genug Ideen parat um in der Masse der brutalen Grindcore-Bands nicht unterzugehen. Vor zwei Jahren jagten The Red Chord dann „Prey for eyes” (07/2007) durch die Gehörgänge der metallischen Gemeinde und einigten sich mit diesem Machwerk vorerst auf Stagnation. Die Scheibe hatte ihren stilistischen Artgenossen zwar noch immer einiges voraus, aber gemessen an dem ein Jahr später erschienenen „Traitors” (10/2008) der Baltimore-Truppe Misery Index zeigte sich, was in diesem Genre an Intensität in brutalstem Ausmaß mit unbarmherzig angezogenen Daumenschrauben eigentlich noch herauszuholen war.

Dieses Level wollen The Red Chord mit „Fed through the teeth machine” nun selbst erreichen und bieten in ihrem vierten Longplayer alles auf, was die vier Herrschaften Guy Kozowyk (Gesang), Mike McKenzie (Gitarre), Greg Weeks (Bass) und Brad Fickeisen (Schlagzeug) aus Revere, Massachusetts bislang bekannt gemacht hat. Schon „Demonizer” braust in Überschallgeschwindigkeit aus den Boxen, während „Hour of rats” das Tempo kurzerhand drosselt und lieber auf die dynamische Stop and go-Technik setzt um das größte Maß an Abwechslung sinnvoll in 2:40 Minuten unter einen Hut zu bringen, bis sich „Hymns and crippled anthems” mit einer Mischung aus stampfenden Gangshouts, kurz aufblitzenden, gegenläufigen Soloattacken und technischer Versiertheit wieder verstärkt den bekannten Schemata des Grindcore zuwendet.

Ab diesem Zeitpunkt ist auch eindeutig die Luft raus und mit Ausnahme von „Tales of martyrs and disappearing acts”, das einfach nur herrlich ungestüm und mit kleinen Details gespickt an den Ohren vorbeifetzt, und „Ingest the ash”, welches mit unerschütterlichem Groove ausgestattet die Nackenmuskulatur strapaziert, würden The Red Chord erneut nicht mehr als leicht überdurchschnittliche Kost abliefern, die dem Hörer zwar eine ordentliche Tracht Prügel beschert, aber eher als kleiner Happen für Zwischendurch taugt anstatt wochenlang die Gehörgänge zu blockieren. Doch schließlich gibt es da noch „Mouthful of precious stones”, das den Gesamteindruck von „Fed through the teeth machine” maßgeblich aufwertet. Hier klappern die Amis nämlich nicht stur die vorgegebenen Pfade ab, sondern generieren mit klassisch gehaltenen Gitarrenriffs, unerwarteten Rhythmuswechseln, unbarmherzigen Prügelattacken und einer drückenden Atmosphäre in über vier Minuten einen grandiosen Höhepunkt. Etwas mehr von dieser zupackenden und die Grenzen überschreitenden Herangehensweise dürfte in ein stimmiges Gerüst kommende Veröffentlichungen mit Sicherheit veredeln. Jetzt muss der Vierer dieses Wissen nur noch in die Tat umsetzen.

Anspieltipps:

  • Hour Of Rats
  • Ingest The Ash
  • Mouthful Of Precious Stones
  • Tales Of Martyrs And Disappearing Acts

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