The Bloody Beetroots - Romborama - Cover
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The Bloody Beetroots Romborama


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 78 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Boys Noize, Does It Offend You, Yeah!, Fukkk Offf, Simian Mobile Disco, Mstrkrft, Digitalism, Justice - Electro House blüht und gedeiht nach wie vor und das nicht nur in den Clubs. Selbst geschmackserprobte Künstler heuern einen David Guetta an und lassen sich schnell ein paar flotte Kratzsamples in die herkömmlichen Strukturen einbauen um die Plattenverkäufe zu maximieren, denn heutzutage reicht es eben nicht mehr nur im Radio gespielt zu werden. Schließlich ist es wesentlich ertragreicher, wenn mehr potentielle Käufer angesprochen und ein größerer Markt mit einer einzigen Single abgedeckt wird, egal ob das Resultat nun ins Image passt oder nicht.

Dieses Problem hat Musikproduzent und DJ Bob Cornelius Rifo alias Bloody Beetroots kaum. Obwohl als jugendliche Vorlieben Chopin, Debussy und Punk herhalten mussten, gilt der 32jährige mittlerweile als kleines Internetphänomen und kann neben einigen Arbeiten für Videospielsoundtracks und TV-Serien auch abertausende Klicks im Internet bei seinen eigenen Produktionen und Remixen auf der Habenseite verzeichnen. Doch weil das heutzutage eigentlich fast jeder umtriebige Blogger, Internetfreak oder Myspace-User aufweisen kann, legt Rifo nun mit „Romborama” sein Longplayerdebüt vor und bringt darin neben dem Hauptbestandteil Electro House so ziemlich jeden Stil unter, der ihm in den Sinn gekommen ist.

Es gibt also saftige Synthieloops aus der tiefsten Eurodance-Schublade, die eine Liaison mit bouncenden Basslines eingehen („It´s better a dj on 2 turntables”), kratzende Techno- und Acid-Ungetüme („Yeyo”, „Theolonius“), unausweichliche Daft Punk-Verbeugungen („Romborama”, „Ffa 1985“), die sich ebenso stark am Beat-Inferno von Justice orientieren („Storm”, „Have mercy on us”, „Butter“) oder kernige Rap-Einlagen („Awesome”), welche aus einer von mehreren Gastfeatures entstanden sind. Gemessen an der Spieldauer einer fast vollständig ausgefüllten CD ist diese wilde Achterbahnfahrt durch den Gemüsegarten der verschiedenen Schubladen auch durchaus vonnöten um die Spannung aufrecht zu erhalten. Zu schade, dass Rifo leider nicht das richtige Mittelmaß aus Song und Idee gelingt.

Viele Tracks werden in ihrer Exposition zwar wuchtig präsentiert und schüren Interesse, doch mehr als die Hälfte der 20 Stücke büßen meist schon nach einer Minute diesen Status wieder ein und vergehen sich in Repetition und Selbstzitat. Ein dramaturgisch korrekter Aufbau weicht meist lautstarken Sampleorgien und schlägt binnen kürzester Zeit nur mehr wild um sich oder eine sich auftürmende Klimax entlädt sich in purer Vorhersehbarkeit, wodurch „Romborama” nach einiger Zeit den Eindruck erweckt ein nett gemeintes Mixtape zu sein, dessen innerer Zwang darin besteht durch Lärm auf sich aufmerksam zu machen. Sorry Mr. Rifo, aber mit diesem Machwerk werden Sie niemanden lange bei Laune halten.

Anspieltipps:

  • Storm
  • Butter
  • Mother
  • Awesome

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