Spit Like This - We Won´t Hurt You (But We Won´t Go Away) - Cover
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Spit Like This We Won´t Hurt You (But We Won´t Go Away)


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 50 Minuten
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1/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist scheinbar eine einfache Rechnung für die britische Truppe Spit Like This, die selbst von sich meint, sie würde eine wilde Mischung aus „The Rocky Horror Picture Show, Alice Cooper, Rob Zombie, Mötley Crüe, Metallica, T-Rex, Queen, David Bowie, Def Leppard und The Wildhearts“ anbieten, dass ihre musikalischen Pfeiler aus Sex + Subversion hoch Style gleich die gemeinsame Schöpfung „We won´t hurt you (but we don´t go away)“ der Mitglieder (Namen aus Coolnessgründen geändert) Lord Zion (Gesang), Cyndi Rott (Gitarre), Vikki Spit (Bass) und Vile Gilez (Schlagzeug) ergibt. Dumm nur, dass beim Durchrechnen bzw. Durchhören der Platte neben gelegentlichen Zitaten und Parallelen ein nicht unmaßgeblicher Rest bleibt, der weder an die durchschnittliche Qualität der oben genannten Bands und Persönlichkeiten, noch an deren Kultfaktor, den Spit Like This mit Schminke, aufgebretzelten Outfits und eigenem T-Shirt-Versand ohne jeden Zweifel anstreben wollen, herankommt, sondern nur ein langes Gähnen hervorruft.

Es reicht eben noch lange nicht nur den Willen etwas Großes oder Bemerkenswertes zu schaffen zu besitzen, sondern ein wenig Talent würde dem Unterfangen keineswegs schaden. Was allerdings die vier Briten nach einigen Promos und EP´s mit ihrem Longplayerdebüt, das in Großbritannien schon 2008 in leicht gekürzter Fassung erhältlich war (hierzulande kommen wir nämlich in den zweifelhaften Genuss der „Ultimate edition“), vorlegen, entbehrt jeglicher Erwartungshaltung. Wie ein unkontrollierter Haufen von Rocky Horror Picture Show-Jüngern, die vergeblich auf einen zweiten Teil warten und mindestens einmal in der Woche ein Happening zugunsten des trashigen Musicals aus der Mitte der 70er Jahre veranstalten, gebärden sich die Mitglieder von Spit Like This auf ihrem Erstling und merken scheinbar gar nicht, dass sie weder witzig, charmant oder auch nur ansatzweise denselben Flair versprühen wie der von Jim Sharman inszenierte Film.

Als Songtitel müssen diverse Popkulturreferenzen („Sex, drugs & Heavy Metal“, „Young, dumb & full of fun“) oder Album- und Filmtitel („Dead girl walking“, „Sleaze sells...but who´s buying?“) herhalten, das Video zu „Sex, drugs & Heavy Metal“ wird von niemand geringeren als Johnny Crash (ja, sie haben richtig gelesen) produziert, gesungen, gespielt und aufgenommen wird nach beinharten DIY-Maßstäben, wodurch die Mischung aus Glam und Punk Rock eigentlich etwas eindringlicher zur Geltung kommen sollte, aber lediglich auf Schülerband-Niveau stagniert, und zu guter letzt das über allem thronende, snobistische Organ von Lord Zion, das den Songs zu keiner Zeit die Möglichkeit gibt sich als augenzwinkernde Hommage zu versuchen, sondern stets die Ernsthaftigkeit des Unterfangens mit eiserner Hand dirigiert und unterstreicht, degradiert das Unterfangen Spit Like This zu einer mehr als vergessenswerten Angelegenheit. Spaß macht „We won´t hurt you (but we don´t go away)“ daher nur beim Bearbeiten des Datenträgers mit der Schere und selbst dieses Vergnügen ist bekanntlich nicht von langer Dauer. Bevor also jemand auf die Idee kommt mit vorliegender Platte ein CD-Mobile zu machen: Rohlinge sind bedeutend billiger.

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