Anima - Enter The Killzone - Cover
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Anima Enter The Killzone


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Stets die stilistische Schublade Deathcore im Auge knallen, walzen und prügeln sich Anima durch einen tosenden Orkan aus Blastbeat-Attacken, bitterbösen Growls, keifenden Schreien und Riff-Explosionen der technisch versierten Art. Dumm nur, dass das schon 5.259 Bands vor ihnen gemacht haben“ war das Fazit für das Metal Blade-Debüt „The daily grind“ (08/2008) der Nachwuchsextremsportler Anima, die mit ihrem expliziten Cover (es gab nackte Tatsachen zu begutachten) mehr Aufsehen erregten als mit der Musik dahinter. Für das dritte Langeisen „Enter the killzone“ (der offizielle Erstling hörte auf den Namen „Souls of the decedents“) haben sich Robert Horn (Gesang), Steven Holl (Gitarre), André Steinmann (Gitarre), Justin Schüler (Bass) und Benjamin Kühnemund (Schlagzeug) nicht stark vom Credo des Vorgängers verabschiedet, sondern holzen erneut 40 Minuten durch den Death Metal meets Metalcore-Gemüsegarten, haben es aber durch kleinere Kniffe geschafft deutlich stimmiger rüberzukommen als von vor 1 ½ Jahren.

Das liegt erst einmal daran, dass es mit dem einleitenden Intro eine kurze Phase zum Luftholen gibt, bevor mit „Incarceration“, „Loner´s reflection“ und „Cu(n)t & twist“ das herkömmliche Genre-Gebolze losbricht, das durchaus technisch, aber nie mit großartigem Ideenreichtum aus den Boxen fetzt. Ganz im Gegenteil dazu „The man eater“, welches entgegen der vorangegangenen, stur drauflos prügelnden Tracks zumindest den Ansatz von Aufbau besitzt, während „Carnage provoked“ für Grindcore-Verhältnisse eher im Midtempo wildert, dafür aber an Durchschlagskraft zunimmt, bis „Black night“ ein nerviges Horrorszenario heraufbeschwört. Lästiges Frauengeschrei und fehlende Dramaturgie machen diese Nummer zu einem Skip-Kandidaten, doch wenigstens darf kurz verschnauft werden, bevor „The omnipotent torture king“ in die Vollen geht, Anima endlich richtig zur Sache kommen und damit einen bitterbösen Knüppel aus dem Sack-Song mehr auf der Scheibe verbuchen können.

Begrüßenswert sind auch die zurückhaltenden Brachialeruptionen in „Welcome to our killzone“, die im hinteren Drittel des Songs einer kleinen Technikdemo an den Intrumenten weichen. Allgemein fußt der Song stärker im Death Metal und läuft so wesentlich geordneter ab als der Großteil der Platte, was angesichts der stumpfen Einheitsballerei, die Anima sonst anbieten, ein klarer Schritt nach vorn ist, schließlich gibt es mit „Necromantica“ und „I am sick I want to kill“ erneut ungebremst einen auf die Fresse. Im kryptisch betitelten und mit sechs Minuten ungewöhnlich langen „XXXIII“ herrscht dafür ein Best Of in epischer Manier, in dem die deutschen Jungspunde neben kurzen Grindattacken, soundtrackartigen Klanggebilden und schauriger Atmosphäre die spannendste Komposition ihrer bisherigen Laufbahn abliefern, selbst wenn diese letztendlich ins Nichts läuft. Anima schließen 2010 daher zwar noch immer nicht zu ihren Vorbildern und amerikanischen Vertretern des Genres wie The Red Chord, All Shall Perish, Suicide Silence oder Whitechapel auf, doch der richtige Weg wird mit „Enter the killzone“ zumindest ansatzweise eingeschlagen.

Anspieltipps:

  • Carnage Provoked
  • Welcome To Our Killzone
  • The Omnipotent Torture King

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