Battalion - Underdogs - Cover
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Battalion Underdogs


  • Label: Silverwolf Productions
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die San Francisco Bay Area kennen Metalfans auf der ganzen Welt. Und wie sieht es mit Zürich, der größten Stadt der Schweiz, aus? In den Nachrichten ist der Ort sicherlich hin und wieder gefallen und der eine oder andere ist im Urlaub womöglich mal durchgefahren oder hat kurz Halt gemacht, aber in Verbindung mit arschtretendem Metal wird man sicherlich nicht sofort an jene Stadt denken. Das könnte sich jetzt allerdings schlagartig ändern, denn mit Battalion kommen vier Jungspunde im Alter zwischen 20 und 23 und zocken eine bösartige Thrash/Heavy Metal-Melange aus den besten Bands des Genres.

Schon allein der Opener „Thrash maniacs“ zeigt, wo im Schweizer Alpenländle der Dampfhammer hängt und mausert sich im Handumdrehen zur eigenen Bandhymne, auch wenn hier die Vorbilder Metallica, Anthrax, Exodus, Slayer und Testament allzu omnipräsent den Takt vorgeben und die Nummer mehr eine Huldigung ist als eine einzigartige Komposition im Zeitalter der Revivals. Das Beste an der ganzen Wir-machen-diese-Bands-nach-weil-sie-uns-so-hammergeil-gefallen-Sache ist bei Battalion aber eindeutig, dass Silvan (Gesang, Gitarre) und Cyril Etzensperger (Gitarre), Lukas Marti (Bass) und Samuel Riedener (Schlagzeug) keinen Hehl daraus machen, dass sie mit schreddernden Trümmerriffs der oben genannten Gruppierungen aufgezogen wurden, was nicht nur Promofotos mit dazugehörigen Band T-Shirts unterstreichen, sondern dass das Quartett die Qualität ihrer anvisierten Koryphäen mühelos erreicht.

Die vier Schweizer schmeißen in ihren Erstling „Underdogs“ aber trotzdem nicht alles kopflos hinein, was ihnen gerade in den Sinn kommt, sondern haben die ausgefeilten Strukturen ihrer musikalischen Ziehväter genauestens unter die Lupe genommen, wodurch die Scheibe nicht nur stur drauflos prügelnde Technikbolzen verschießt („Running alone“, „Beggars right“, „Bullets & death“), sondern auch auf Groove einen gewissen Wert legt („Headbanger“, „Dictators of stone“), ein kurzes Instrumental („Interlude“) anbietet und mit „Stalingrad“ sogar einen stimmungsvollen Longtrack besitzt, der neben hervorragend eingebauter, deutscher Spoken Word-Einlage ebenso mit dichter Atmosphäre zu punkten weiß. Darüber hinaus darf die New Wave of British Heavy Metal einen ebenfalls beträchtlichen Einschlag hinterlassen, die bei „Defenders“ oder „Wings of a demon“ voll zuschlägt, wo Saxon, Iron Maiden oder Judas Priest das angestrebte Ziel gewesen sein dürften. Alles in allem eine verdammt wuchtige Scheibe einer jungen Truppe, von der in Zukunft hoffentlich mehr und das etwas Eigenständiger zu hören sein wird.

Anspieltipps:

  • Defenders
  • Stalingrad
  • Beggars Right
  • Running Alone

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