Detroit 7 - Black & White - Cover
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Detroit 7 Black & White


  • Label: Spark & Shine /SOULFOOD
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Detroit 7 ist ein Trio aus Tokio, Japan, das sich zum Glück nicht in typischen J-Rock-Gefilden tummelt, sondern in bester Schweine- und Punkrock-Manier gegen das Klischeebeladene J-Rock-Genre angeht. Die Band besteht seit nunmehr acht Jahren und kann inzwischen auf zahlreiche Veröffentlichungen verweisen, mit denen sie sich eine treue Fangemeinde erspielt hat. Detroit 7 bieten mit Tomomi Nabana (Gesang, Gitarre) und Miyoko Yamaguchi (Drums) zwei weibliche Blickfänge und mit Nobuaki Kotajima (Bass) einen männlichen Gegenpart auf.

Das jetzt vorgelegte „Black & White“-Album wurde in Japan bereits im Mai des vergangenen Jahres auf den Markt gebracht und soll der Gruppe nun auch außerhalb ihrer Heimat die Türen öffnen. Und das könnte durchaus klappen, denn mit ihrem rumpelden Garagenrockklängen werden Detroit 7 in Europa und den USA gewiss auf offene Ohren stoßen. Schließlich wurde das Publikum schon in den 60er Jahren von Bands wie den Stooges (so heißt – sicher nicht ohne Grund – auch einer der 12 Songs auf „Black & White“) oder MC5 mit diesem Sound sozialisiert

Der räudige Sound, der das Album auszeichnet, wurde während der Aufnahmen auf den Okinawa Inseln von Stan Katayama, der seit gut 30 Jahren als Toningenieur im Geschäft ist und u.a. Alben von Rage Against The Machine, Bruce Dickinson, Kiss und W.A.S.P. betreute, perfekt eingefangen. Ohne auf Druck zu verzichten, lässt er die drei Japaner mit herrlich schmutzigen Gitarrenriffs („Zelda“) und wunderbar abgefahrenen Gitarrensoli („Mr. Kato on the road“) von der Leine. Das gemahnt mitunter an frühe Aufnahmen von Nirvana („Why?“) und wirkt zu keiner Zeit mainstreamtauglich, auch wenn ein Song zur Abwechslung mal relativ gut ins Ohr geht („Cold heat“).

Das klingt zusammengefasst gar nicht übel. Doch auch wenn es auf „Black & White“ amtlich scheppert und rumpelt, können Detroit 7 mit ihrem Songwriting auf Dauer keine Bäume ausreißen. Dazu bieten die Tracks zu wenig Abwechslung und Raffinessen, wodurch die Euphorie ob des einen oder anderen gelungenen Songs nicht über die gesamte Länge des Albums gerettet werden kann. So schleicht sich mit zunehmender Spieldauer zuviel biederes Liedgut ein, wodurch der anfängliche Gesamteindruck leider etwas geschmälert wird. Trotzdem, schlecht ist „Black & White“ keinesfalls. Es fehlt ihm nur etwas an Durchhaltevermögen.

Anspieltipps:

  • Zelda
  • Why?
  • Louie Louie
  • Mr. Kato on the road

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