Erik Penny - Bend - Cover
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Erik Penny Bend


  • Label: Future Pop Stuff
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist immer schön, wenn ein Künstler eine Anekdote in Bezug auf seinen Werdegang vorzuweisen hat. Erik Penny ist da gut bedient und kann in gebrochenem Deutsch davon berichten, wie er von Potsdam nach Berlin zog, um die große Welt kennen zu lernen. Da wird ein bisschen gegrinst, denn nicht wenige Brandenburger haben ihr Heil in der Metropole gesucht, bis angefügt wird, dass es sich bei Eriks Heimatstadt um Potsdam im Bundesstaat New York handelt. Die Idee hinter der Reise dagegen ist jugendlich und eher konventionell: Neue Wege gehen und andere Länder kennen lernen. Als Gegenleistung für die Gastfreundschaft, die er hier in Deutschland erfährt, beglückt Penny uns nun mit seinem neuen Album „Bend“.

Erik Penny ist einer von den einsamen Helden, der sich für eine Solokarriere entschieden hat, die nichts mit dem Glamour eines Michael Jackson (möge er in Frieden ruhen) oder anderer Popsterne gemein hat. Er ist ein einzelner Kämpfer, nur mit seiner Gitarre bewaffnet und sporadischer Unterstützung an weiteren Instrumenten, die moderne Kammermusik – Songwritermusik – erschaffen. Dass Penny zu so was in der Lage ist, beweist er gleich mit der Mitsummhymne „Under The Gun“. Einfache Struktur, aufgebaut durch Akustikgitarre, ganz zartes Schlagzeug und eingestreutem Piano. Dazu kommt noch der Ohrwurmrefrain und: Voíla! Fertig ist ein richtiger guter Track aus der Sparte von Damien Rice und Co.

Das Rezept dieser Art von Musik wird leicht variiert und in den folgenden Stücken weiter verarbeitet, aber es gibt auch poppigere Nummern, die auch gerne mal E-Gitarren im Hintergrund erklingen lassen, wie das belebte „Fear Of Flying“. Dieser kleine Rocker, der irgendwo zwischen U2 und Reamonn steht und dabei weiter versucht akustisch zu klingen, zeigt sich auch noch in weiteren Stücken. Gleich „Hannover“ ist eine Rockballade, die sich mit „Dreaming Of You“ um Radiohörer prügelt. Dass das alles so schnell hintereinander kommt, hat in diesem Fall leichte Nachteile, weil der gewisse Funken fehlt und die Lieder, die alles in allem hübsch anzuhören sind, ihren Reiz verlieren. Da tut es gut, dass „Medicine Line“ wieder ruhiger klingt.

Erik Penny liefert mit „Bend“ ein feines Stück Musik ab, das im Endeffekt ein wenig zu unaufgeregt ist und sich deswegen nicht weit über das Mittelmaß zu heben weiß. Nichtsdestotrotz kann sich der Mann loben, dass er sich der Musik hingegeben hat, denn es brauch auch die kleinen Aufstrebenden, damit unter ihnen ein großer Stern hervorkommt. Für Penny wird es weiterhin erstmal Kleingeld sein, dass er zählen darf, aber das Leben ist lang und Ideen finden Leute wie er immer neue.

Anspieltipps:

  • Under The Gun
  • Santa Ana
  • Side Of The Road

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