Airbourne - No Guts. No Glory. - Cover
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Airbourne No Guts. No Glory.


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Medizin kann die erste Scheibe von Airbourne verwendet werden, denn die hat tatsächlich mehr Spaß gemacht.

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Bei Airbourne hat sich seit dem ersten Werk „Runnin' Wild“ überhaupt nichts verändert. War das die gute oder die schlechte Nachricht? Nun ja, es war beides. Australien exportiert sehr erfolgreich Bands, die sich des Klangs alter, nicht gerade unbekannter Bands bedienen. Da hätten wir Wolfmother, die sehr stark an Led Zeppelin erinnern und natürlich Airbourne, die den Stadion-Rock von AC/DC zelebrieren. Das zweite Album der Jungs aus Warnambool klingt genauso wie das erste und das ist auch kein Wunder, denn der Erfolg von „Runnin' Wild“ gibt ihnen recht. Machen wir uns nichts vor, AC/DC nehmen seit über 30 Jahren die gleiche Musik auf und haben riesigen Erfolg damit. Wieso also auch nicht Airbourne?

Das ist wie eine Konzernübernahme, neuer Vorstand, gleiche Firma. Die Australier bereiten sich gerade auf diese Übernahme vor, solange die älteren Herren vom Verein des Wechsel- und Gleichstroms noch Kraft haben die Bühnen dieser Welt zu betreten. Joel O'Keeffe und Co. nahmen sich also vor zu klotzen statt zu kleckern und richtig dick aufzutragen. Der Titel „No Guts. No Glory.“ spricht hier Bände. Ohne Fleiß kein Preis klingt eher nach einer Folge von „Die Sendung mit der Maus“, im Rockmetier muss schon die Größe der Klöten als Maß der Dinge herhalten, denn haste keine Eier, haste auch keinen Ruhm. Simple Formel.

Henry Ford hat das Fließbandverfahren in der Automobilbranche berühmt gemacht, Airbourne könnten diese Stellung auf dem Hardrock Musikmarkt übernehmen. Natürlich rocken die Songs ordentlich, einige coole Riffs hier, einige nette Soli dort, aber nun mal nichts wirklich neues. Es riecht nach Massenproduktion vom Fließband. Der Sänger O'Keeffe vergisst es den Liedern richtig eingängige Refrains zu verpassen, seine Stimme folgt immer der gleichen Intonation. Das führt zu einer Austauschbarkeit der Lieder, was sich wiederum in einer nachlassenden Aufmerksamkeit des Hörers mit der Länge des Albums äußert. Ursache und Symptom.

Als Medizin kann die erste Scheibe von Airbourne verwendet werden, denn die hat tatsächlich mehr Spaß gemacht. AC/DC mit ein wenig mehr Rotz und Tempo. Auf „Runnin' Wild“ haben sie besser funktioniert, die Gehirn anhaftenden Refrains. Dennoch fallen einige Lieder von „No Guts. No Glory.“ positiv auf, wie „Bottom Of The Well“ mit deutlich mehr Blues im Blut und das (wie viele andere auch) zum Mitgrölen geeignete „Blonde, Bad And Beautiful“. Stellt sich heraus, die Jungs brauchen ein wenig mehr Mut (Eier). Sie sind die lebende Antithese zu ihrem Titel, denn zutreffend ist hier „No Guts. More Glory.“

Anspieltipps:

  • Blonde, Bad And Beautiful
  • Bottom Of The Well

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