Rocky Votolato - True Devotion - Cover
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Rocky Votolato True Devotion


  • Label: Defiance/CARGO
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Votolato trägt seine Songs mit sanfter Note vor, seine Sandpapierstimme trifft einen mitten ins Herz.

Bevor Rocky Votolato seine Solo-Karriere in Angriff nahm, war er Frontmann der Rockband Waxwing. Mit seinem Debüt „Makers“ (2006) und vor allem „The Brag & Cuss“ (2007) bewies er, dass er zu den klassischen Country- und Folk-Songwritern gezählt werden musste. Die einschlägige Presse war voll des Lobes, es fielen ganz große Namen wie Ryan Adams oder Gram Parsons.

Nach der Veröffentlichung von „The Brag & Cuss“ musste er sich wieder seinem lebenslangen Kampf gegen Depressionen und Ängsten stellen, die er nun nicht mehr verbergen konnte und wollte. Er war nicht mal mehr in der Lage Songs zu schreiben, geschweige denn Konzerte zu geben. Er zog sich völlig zurück, las viel, studierte existenzialistische Philosophie, Geschichte, Physik und Theologie, um so seinen Dämonen zu entkommen. Nach einiger Zeit war er glücklicherweise wieder in der Lage zu komponieren und so entstand das vorliegende „True Devotion“.

Wer nach dieser Vorgeschichte ein verkopftes Album erwartet, liegt völlig falsch. Votolatos neue Songs sind zwar autobiographischer Natur, jedoch mit fiktivem Charakter ausgestattet. So balancieren die Songs Nähe und Distanz aus, thematisch kreisen sie um Suizid, Tod, Liebe und das Leben in all seinen Schattierungen. Die Texte korrespondieren mit einfachen, melancholischen Melodien, die dennoch gehaltvoll daherkommen. Das ist in der Tat das große Songwriting-Kino. Hier und da wird man zumindest entfernt an Ryan Adams („What Waited For Me“) oder Elliott Smith („Sparklers“) erinnert, die eigene Stimme kann man Rocky Votolato aber niemals absprechen.

Votolato trägt seine Songs mit sanfter Note vor, seine Sandpapierstimme trifft einen mitten ins Herz. Begleitet wird der Amerikaner von ausgezeichneten Musikern und die warme Produktion tut ein übriges. Votolato selbst spielt vor allem akustische, manchmal auch elektrische Gitarre sowie Harmonica und Percussion. Auch in seinem Saitenspiel kommen die nachdenklichen, melancholischen Töne zum Tragen. „True Devotion“ scheint ein eher unspektakuläres Album, entfaltet aber nach und nach seine Schönheit, die in diesen einfachen, immer berührenden Songs stecken.

Anspieltipps:

  • Lucky Clover Coin
  • Sparklers
  • What Waited For Me
  • Sun Devil
  • Where We Started

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