Two Door Cinema Club - Tourist History - Cover
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Two Door Cinema Club Tourist History


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein gutes Album, das auch mal über die Ziellinie hinaus eilt.

Two Door Cinema Club, ein Trio aus Nordirland und ein Debüt mit dem Namen „Tourist History“, in dem einiges steckt, allem voran jede Menge Selbstvertrauen und -verständnis, verschiedene musikalische Elemente zu vereinen. So bringt es auch keine Genre-Bezeichnung auf den Punkt. Stattdessen sorgen Sänger/Gitarrist Alex Trimble, Bassist Kevin Baird sowie Gitarrist Sam Halliday, die sich als 15-jährige über die Schule kennenlernten, für einen bunten Strauß warmer Melodien, erfrischender Brüche und beherztem Pop-Zauber der nicht alltäglichen Art. Anfänglich noch in Ermangelung eines menschlichen Drummers akzeptiert, aber wenig geliebt, sind die programmierten Beats mittlerweile innig geschätzt und nehmen darüber hinaus dem warmen, zeitweise weltmusikalischem Reigen mit sonnig-verspielter Ader keinen Zähler auf dem Thermometer.

Die Ausrichtung liegt ganz klar auf dem beschleunigten Vergnügen mit der Garantie für gute Laune und gelöster Handbremse, wovon bereits der Opener „Cigarettes In The Theatre“ ein Ständchen singen kann. Wildgewordene Percussions schicken Wave-Gitarren ins Rennen und werden vom nasal-jugendlichen Gesang Alex Trimbles in euphorische Regionen gelenkt. Während die Gitarre in melancholischen, vermeintlich düsteren Regionen fischt, treiben der Rhythmus und nicht zuletzt die schrägen Bläser den Song an, um im Sonnenlicht in den Partytaumel zu verschwinden. „Come Back Home“ versteht sich auf das selbe Schema, obgleich zurückhaltender und eher im Midtempo angesiedelt, dafür mit der erneut mitreißenden Gitarre, die es sich wohlig erobernd im Ohr gemütlich macht.

So richtig aufhorchen lässt allerdings erst „Do You Want It All?“, bei dem die Sound-Ästhetik nicht mit der Brechstange ins Haus fällt, sondern der Songaufbau deutlich mehr zu bieten hat, sehr stimmig zwischen Aufbruch und Innehalten pendelt, was den nicht immer vorhandenen Reiz des Debüts ausmacht. „This Is The Life“ folgt diesem Ansatz, lebt allein von großartigen Harmonien, lieblicher Electronica und tobt zum Ende mit gar karibischem Flair. Sicherlich haben die vor Reizüberflutung überbordenden Tracks ihre zwingende Seite, aber bleiben werden vor allem die ausbalancierten, mehr Ruhe zulassenden Momente. Im Falle von Two Door Cinema Club und „Tourist History“ ist dann weniger tatsächlich mehr, was ein gutes Album zur Folge hat, aber eben auch manchmal über die Ziellinie hinaus eilt.

Anspieltipps:

  • Do You Want It All?
  • This Is The Life
  • Something Good Can Work
  • What You Know

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