Alcoholic Faith Mission - Let This Be The Last Night We Care - Cover
Große Ansicht

Alcoholic Faith Mission Let This Be The Last Night We Care


  • Label: Pony Records/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Was die Band so stark macht, sind die Zwischentöne und die Wendungen von Song zu Song.

Für das dänische Quintett Alcoholic Faith Mission kann das letzte Jahr durchaus als höchst erfolgreich gesehen werden, tourten sie doch mit dem vor nicht einmal 12 Monaten veröffentlichten Zweitwerk „421 Wythe Avenue“ drei mal durch Europa. Noch dazu brachten sie es zu Plattenverträgen in Japan und den USA, während die Musikpresse und einschlägige Blogs das Gespann umjubelten. So nahmen Alcoholic Faith Mission die Hochstimmung mit ins Studio, um das Jahr 2010 so zu beginnen wie 2009 aufgehört hat. Erneut sind jede Menge Tourdaten gelistet und auch für die heimische Faszination ist mit dem neuen Longplayer „Let This Be The Last Night We Care“ bestens gesorgt.

Allein schon die Instrumentierung aus Synthesizer, Samples, Bläsern und Piano im Zusammenspiel mit den üblichen Verdächtigen Gitarre, Bass sowie Schlagzeug besticht mit ausgefeilter Spielfreude, nachhaltigem Songwriting und einer überaus wohligen, aber nie fahrlässig zahnlosen Atmosphäre. Ob melancholische Träumerei oder zwingendem, losgelöstem Ohrwurm: Die fünf Dänen lassen keine Zweifel aufkommen, dass sie trotz akademischer Andeutung im vielschichtigen Sound die Leichtigkeit behalten. Die wechselnden, männlichen wie weiblichen, Stimmen sind wesentlich mit dem Wiedererkennungswert auf diesem Album verknüpft und begeistern mit dunkler Majestät genau so wie mit liebenswürdig abgehobener, nicht von dieser Welt stammender Naivität.

Wenn „My Eyes To See“ elektronisch-wabernd mit verhaltenem Beginn ausgestattet ist, so setzt es die Reise durch treibende Drums, effekt-verzierte Steel-Gitarre und einen sonnigen Refrain fort, um das Piano während der Breaks erobernd ins Spiel zu bringen. Das folgende „Closer To Dallas“ bietet weitaus mehr als die präsente Trombone und den sphärischen Chor-Gesang, wie es bei Alcoholic Faith Mission an der Tagesordnung steht. Was sie so stark macht, sind die Zwischentöne, die Wendungen von Song zu Song und nicht nur schlicht beschwingtes wie „Got Love? Got Shellfish!”. Diese lebensfrohen, strahlenden Umarmungen sind es, die vorerst hängenbleiben, aber unter der Oberfläche warten die fragilen, zweifelnden Elemente, die Details. Genau das macht „Let This Be The Last Night We Care”, trotz manchmal zu schnell verworfener Ideen, so umwerfend.

Anspieltipps:

  • My Eyes To See
  • Closer To Dallas
  • Sobriety Up And Left
  • Season Me Right

Neue Kritiken im Genre „Art-Pop“
Diskutiere über „Alcoholic Faith Mission“
comments powered by Disqus