Frightened Rabbit - The Winter Of Mixed Drinks - Cover
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Frightened Rabbit The Winter Of Mixed Drinks


  • Label: Fat Cat/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Musik auf „The Winter Of Mixed Drinks“ beschreibt den euphorischen Moment des Triumphs.

Frightened Rabbit wollen hoch hinaus. Oder zumindest wollen sie nicht stehen bleiben und nach ein paar Alben wieder in der Versenkung verschwinden. Nachdem sich bereits bekannte Musiker wie Craig Finn (The Hold Steady), Nick Harmer (Death Cab For Cutie) und Simon Neil (Biffy Clyro) als Fans ihres zweiten Albums „The Midnight Organ Fight“ (2008) bekannten, will die Band nun mit „The Winter of Mixed Drinks“ noch mehr erreichen: „It would be disappointing if we didn't become more popular because that's got to be the goal for every new record. If it comes I think we are actually ready for it now.“ Doch mit derartigem Feedback aus der eigenen Zunft, allgemein positiver Presse und einem so tollem Album wie diesem, welches vor herzerwärmenden Pophymnen nur so strotzt, sollte dem Erfolg auch nicht mehr allzu viel im Weg stehen.

Denn bereits der melodieseelige Albumvorbote „Swim Until You Can't See Land” gräbt sich auf der Stelle tief in die Gehörgänge und will verflixt nochmal auch nicht wieder ausgebuddelt werden. Diese, den Hörer euphorisch stimmende, Hymnik aus warmen und flirrenden Gitarren, harmonischem Klavier, brausenden Bläsern und schwungvollen Streichern umarmt einfach alles, was ihr über den Weg läuft. Das ist zwar auf der einen Seite über alle Maße pathetisch mit den Backgroundchören aus „Ahs” und „Ohs” und sorgt für den einen oder anderen Coldplay-Moment, überzeugt aber vielleicht auch gerade deswegen als durchweg stringentes Album. Mal wird bedacht Spannung aufgebaut, um anschließend emotional entladen zu werden („Things”), dann stampfen Frightened Rabbit wieder energisch nach vorne wie beim mehrstimmingen Finale von „Skip The Youth” oder der Uptempo-Nummer „Living in Colour” und entwickeln dabei mit ihrem Folkpop eine ähnlich mitreißende Dynamik wie zuletzt Mumford & Sons auf ihrem Debüt.

Frightened Rabbit können das sehr hohe Niveau genannter Songs zwar nicht auf vollständiger Albumlänge halten, so ist „Man/Bag of Sand“ als Reprise von „Swim Until You Can't See Land” zwar atmosphärisch ganz nett, hätte aber auch nicht unbedingt sein müssen und es hakt sich eben nicht alles so im Gedächtnis fest wie die genannten Aushängeschilder. Doch das ist wohl Erbsenzählerei und fällt von daher kaum ins Gewicht. Die Musik auf „The Winter Of Mixed Drinks“ beschreibt den euphorischen Moment des Triumphs. Wie in einem Film, in dem sich im letzten Moment für den verzweifelten Protagonisten doch noch alles zum Guten wendet und die Kamera nach einer langen Nacht auf die am breiten Horizont aufgehende Sonne schwenkt. Das Prinzip Hoffnung. Swim until you can see land.

Anspieltipps:

  • Swim Until You Can't See Land
  • The Loneliness and the Scream
  • Skip The Youth
  • Living in Colour

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