Tom Lüneburger - Good Intentions - Cover
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Tom Lüneburger Good Intentions


  • Label: Hellfest Records
  • Laufzeit: 31 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Fehler war es keinesfalls, dieses Album aufzunehmen. Die Musik sprudelt nur so aus Lüneburger heraus.

In Zeiten, in welchen Beats und jede Menge detaillierter Schnickschnack aus dem PC die Musikwelt (zumindest kommerziell) regieren, gibt es noch einige wenige, die im Stile klassischer Straßenmusiker, allein mit ihrer Gitarre im Tonstudio sitzen und im besten Falle ein oder zwei unterstützende Instrumente um sich haben. Diese Einzelgänger, diese Troubadoure haben es schwer, sich finanziell so zu etablieren, wie es die ach so großen Popstars tun, und das, wobei sie wenigstens Noten lesen können und ihre Songs zumeist selbst schreiben. Den Weg dieser einsamen Kämpfer für das Gute geht nun auch Tom Lüneburger, nachdem sich seine Band Myballon vor Jahren aufgelöst hat. Herausgekommen ist eine entspannte halbe Stunde, die nicht mehr brauch, als Toms Stimme und seine Gitarre.

Alleine ist Tom auf seinem Weg jedoch keinesfalls. Unter seinen Unterstützern sind Earl Harvin (Schlagzeug, Bass), Christof Clemens und Arne Augustin (Piano), Godi Hildmann (Gitarre), Jens Meyer und sein eigener Vater Gerald (Querflöte, Akkordeon). Bei allem Hang zum rohen, sparsamen Soundgefüge sind also immer noch jede Menge Gäste mit dabei, die Tom auf seinem neuen Weg begleiten. Dass es zusammen, wie auch alleine geht, beweist gleich der Auftakt des recht kurzen Albums. „Good Intentions“ lebt lange nur von Tom und der Gitarre, während „Picture“ auf Hilfe am Piano zurückgreift. Die Tracks haben eines jedoch gemeinsam: Sie zielen auf warme Melodien und nicht auf Ohrwürmer ab. Die Lieder sind geradlinig und das richtige zum Schwelgen und Träumen. Romantisch, aber nicht kitschig. Massenkompatibel, aber nicht angepasst.

Dass es auch ein wenig rauer geht, zeigt „Station To Station“ und lässt erhoffen, dass dieses Album mehr als nur die gemütliche Zweisamkeit fördert. Ein vielschichtiges Album wie von einem Rice vielleicht? Erst einmal bleibt „Station To Station“ die Ausnahme und „Yesterday’s Gone“, sowie „This Year“ sind wieder eher konventionelle Balladen. Das einfache Gitarrenprinzip manifestiert sich dann auch immer fester und schafft es, trotz kaum vorhandener Abwechslung, immer wieder Spaß zu machen. Kein Meilenstein, aber ein schön geschliffener, den man gerne dabei hat. Ganz gleich, ob die Tracks ruhig sind („Travelling Years“, „Fade“) oder belebt („On Track“, „Cunning Person“)

Ein Fehler war es keinesfalls, dieses Album aufzunehmen. Die Musik sprudelt nur so aus Lüneburger heraus. Potenzielle Radiosongs für das kommerzielle Überleben sind auch dabei. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der besondere Funke, die eine Idee, die aus einem guten Musiker, einen berühmten und erfolgreichen machen kann. Ein wenig Öffentlichkeitsarbeit würde unter Umständen auch schon reichen. Mit diesem Album wird sich Tom zumindest einen Freundeskreis aufbauen und hat die Grundsteine für neue Abenteuer gelegt.

Anspieltipps:

  • Good Intentions
  • Picture
  • Station To Station

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