Galactic - Ya-Ka-May - Cover
Große Ansicht

Galactic Ya-Ka-May


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

New Orleans wird für die meisten nur Erinnerungen an den Hurrikan Kathrina zurückbringen, aber die Stadt ist nicht immer im Ausnahmezustand. Als Schmelztiegel vieler alter Völker mit verschiedenen Völkern, gibt es dort eine große Bandbreite an musikalischer Vielfalt zu bewundern, wie Galactic mit „Ya-Ka-May“ beweisen will. Hier wird HipHop, die Seele der Menschen dort, mit Jazz, Brass Band, African Drumbeats und Funk gemischt, so dass es am Ende ordentlich „bounced“. Galactic hat sich für diesen bunten Mix eine nicht weniger bunte Truppe zusammen gesucht, sodass jeder Track (bis auf das Intro) mindestens einen Gast vorzuweisen hat.

Tatsächlich fängt das Album genau richtig an, wenn die Rebirth Brass Band heißblütige Rhythmen und Bläser an den Start lässt, um mit „Boe Money“ ordentlich einzuheizen. Was man sonst den Südamerikanern zuschreibt, wird hier klasse umgesetzt. Dagegen ist „Double It“ nahezu langweiliger HipHop, dessen afrikanisch angehauchten Beats dezent wirken. Da dann doch lieber das funkig afrikanische „Heart Of Steel“. Eine Prise Soul ist auch dabei (dank geht an Irma Thomas). Auch das anschließende „Wild Man“ klingt nach guter alter Zeit und trifft mit frischen Rhythmen den Nerv. So kann es weitergehen. So farbenfroh hat man New Orleans lange nicht mehr erlebt.

Wie „Double It“ mit einer recht langatmigen Ader bereits bewies, ist aber nicht alles Gold, was sich in der Musikszene der Stadt suhlt. Es ist auch Mittelmaßware dabei. So wird ein „Katey vs. Nobby“ sehr schnell nervig und verfehlt eine herausfordernde, aggressive Frische, die wohl angedacht war. Da lieber Posauneneskapaden wie in „Cineramascope“, die auf Gesang verzichten, dafür aber mit mitreißender Melodie auftrumpfen. Dagegen stehen noch ein paar kurzweilige Nummern wie „Do It Again“, die mal nerven, mal für Bewegung sorgen. Überhaupt ist viel Musik dabei, die dazu animiert, die Glieder zu bewegen und ins Schwitzen zu kommen.

Wer die Beats mag, wird das Album lieben, denn auch wenn nicht alle Tracks dafür sorgen, dass man vom Hocker fällt oder auf dem Parkett dem Kreislaufkollaps nahe kommt, sind die meisten Arrangements wirklich gut gelungen und sorgen für beschwingte Stimmung. Der ein oder andere psychedelische Ausflug, welcher nach Daseinsberechtigung sucht und hyperaktive Nummern schmälern zwar den ersten tollen Eindruck, doch letztendlich liefert die Platte genug interessantes Material, um mal einen Blick zu riskieren.

Anspieltipps:

  • Boe Money
  • You Don’t Know
  • Heart Of Steel

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „Galactic“
comments powered by Disqus