Istapp - Blekinge - Cover
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Istapp Blekinge


  • Label: Metal Blade/SonyMusic
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Als das neue Millenium begann, wuchs in den tiefen, eisigen Höhlen von Blekinge eine der Menschheit bisher unbekannte Macht heran. Die Welt wurde gequält durch den glühenden Kreis am Himmel und seine Anhänger. Die Lügen über das Licht, das Feuer und das Leben haben unseren Planeten befallen. Die kalten und schneebedeckten Berggipfel verschwanden, die Polarkappen schmolzen. Diese Situation war nicht zu akzeptieren. So formierten die drei Kriegsherren Fjalar, Ashuck and Mordechai im tiefen Untergrund, der die Sonne nie zu Gesicht bekommt, eine Armee, die stark genug sein wird, die Sonne und ihre Anhänger zu liquidieren.“ - Willkommen in der Welt von Istapp, die thematisch herrlich abgedreht und humorvoll daherkommt, aber in der musikalischen Ausführung dann doch den einen oder anderen Durchhänger offenbart.

Doch von Anfang an. In der uns bekannten Welt formierte sich bereits vor einem halben Jahrzehnt eine Truppe von Wintergöttern unter dem Namen Istapp, die im Laufe der Gezeiten drei Demos unter das unwürdige Menschenvolk brachten, die im Dezember 2007 auf „Köldens union“ versammelt wurden und der musikalischen Bande eine größere Gefolgschaft einbrachte. Kurz darauf knüpfte man ein Friedensabkommen mit Metal Blade Records und beschloss unter diesem Banner ein musikalisches Manifest zu veröffentlichen, dass seither unter „Blekinge“ bekannt werden sollte. Die ehrenwerten Mordechai von Renvaktar (Gesang), C. Ashuck von Renvaktar (Bass) und Fjalar (Gitarre, Schlagzeug) hatten aber nicht im Sinne ausschließlich neues Material einzuspielen, sondern nahmen Höhepunkte ihrer Demoalben und mischten diese mit frischen Kompositionen.

Daraus ist ein prachtvoll instrumentiertes Black Metal-Werk mit Folk-Einschlag in der Tradition der frühen Ensiferum, Borknagar oder Naglfar entstanden, das trotz dieser mehr oder weniger offensichtlichen Parallelen frisch wirkt. Ein Troll, wer nicht bei der melodisch versierten und doch ordentlich drückenden Brut „Vinterriket“ das Haupthaar kreisen lässt, den Schlachtruf von „I väntan pä den absoluta nollpunkten“ imitiert oder den Schädel im Takt des treibenden Rhythmus von „Snö“ auf den Wirtshaustisch schlägt. Um die kurzweilige Attitüde aufrecht zu erhalten teilt Mordechai zudem sein variables Organ, das genretypisches Gekreische, kratzige Beiträge und emotionalen Klargesang beherrscht, mit den Erdenmenschen, die hiermit zwar oftmals an den ebenfalls durchgeknallten Attila Dorn (Powerwolf) erinnert werden, aber im Gesamten gesehen doch mehr die Abwechslung der deutschen Powermänner schätzen, weil „Blekinge“ gerade im hinteren Drittel zu schwächeln beginnt und keine neuen Ideen bereit stellt. Für eine kurze Reise gen Norden ist man mit Istapps neuester Neuauflage also bestens gerüstet. Längere Trips in die verschneite Wildnis erfordern jedoch definitiv andere Kaliber.

Anspieltipps:

  • Snö
  • Vinterriket
  • I Väntan Pä Den Absoluta Nollpunkten

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