Jil Is Lucky - Jil Is Lucky - Cover
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Jil Is Lucky Jil Is Lucky


  • Label: Roy Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Noch nicht allzu viele Fakten sind über Jil (das Akronym für Jil Is Lucky) im Umlauf. Er ist 24 Jahre alt, lebt derzeit in Paris und ist schon viel rumgekommen in der Welt. Stationen waren die Anden, Harlem, die Ghettos von Prag und Algerien, dort fand er in den Vierteln von Sidi bel Abbes seine musikalischen Mitstreiter.

Jil unternahm bereits mit sechs Jahren die ersten Versuche auf der Gitarre, mit Zwölf hatte er seine ersten Auftritte in einer Bar. Es war ihm also schon in Kindheitstagen klar, dass er für die Musik geboren war. Als musikalische Inspirationsquellen nennt er die Alben „The Velvet Underground And Nico“, Leonard Cohens „Songs From A Room“ und Nirvanas „Nevermind“. Desgleichen prägte ihn das Unterwegssein, also Erfahrungen mit fremden Kulturen.

Vor einigen Jahren hatte er im Prager Ghetto eine Art Erweckungserlebnis. Nach einer psychischen Blockade fiel ihm wie aus dem Nichts der Song „The Wanderer“ zu. In diesem finden sich bereits die wesentlichen Zutaten eines Jil Is Lucky Songs: Folk, Klezmer und Pop. Stile, die er mit viel Geschick ineinander verflechtet. In Stücken wie „Winter Is Over“, „Judah Loew’s Mistake“ oder „Supernova“ zeichnen Rhythmusgruppe und Violine wehmütige Klezmertöne, während Gitarren sowie Harmoniestimmen Folk- und Popleichtigkeit anstimmen. Nicht zu vergessen die markanten Bläsersätze, die auf „J.E.S.U.S. Said“ und „When I Am Alone“ sowohl optimistisches Soul- als auch wehmütiges Mariachi-Feeling aufkommen lassen. Oftmals spazieren die Songs auf der schmalen Melancholie/Leichtigkeit-Grenzlinie.

Auf „I May Be Late“ und Don’t Work“ finden Jil Is Lucky die Balance zwischen Pop, Folk und Rock mit luftigen Harmoniestimmen und bestechenden Melodien. „Without You“ ist Indie-Folk-Pop mit Cello und der hübschen Zeile: “Maybe I should write Folk-Songs without you.” Das finale “Hovering Machine” lässt Mystisches in ein psychedelisches Inferno münden. Fast elf Minuten Acid-Folk-Rock, den man so am Schluss dieses Albums nicht erwartet hätte. Überhaupt bricht das Album immer wieder die Erwartungshaltung des Hörers. Das führt einerseits zu Spannung, andererseits werden Jil is Lucky damit nicht allzu leicht die sogenannte Zielgruppe finden. Dennoch: interessante Ansätze und Konzepte, die man weiterverfolgen sollte.

Anspieltipps:

  • When I Am Alone
  • I May Be Late
  • Don’t Work
  • Hovering Machine

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