The Chieftains - San Patricio - Cover
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The Chieftains San Patricio


  • Label: Concorde/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn man 45 Jahre im Geschäft ist, fällt es nicht mehr so leicht, Neues zu machen. So geht es zumindest den meisten Bands. Die Chieftains von der grünen Insel haben auch nach so einer langen Zeit keine Probleme, den Zuhörer zu überraschen. Die Idee des neuen Albums „San Patricio“ ist so einfach, wie absurd. Einfach eigentlich nur, wenn man sich ein wenig mit der amerikanischen Geschichte auskennt. Als die sogenannten San Patricios der US-Armee in Mexico waren, trafen zwei traditionelle Kulturen aufeinander, die unterschiedlicher und gleicher nicht sein könnten. Beide sind für ihr überschäumendes Temperament bekannt und ihre kulturellen, wie persönlichen Eigenheiten. Diese sind auf den ersten Blick jedoch so verschieden wie Tag und Nacht, aber wie wir ja wissen, gehören auch Tag und Nacht zusammen.

Die Chieftains schnappten sich also Ry Cooder als Produzent und planten den Kulturschock musikalisch darzustellen. Irish Folk, trifft auf typisch mexikanische Melodien und Rhythmen. Richtig gehört. Salsa-Gitarre trifft auf Dudelsack und Querflöten. Der Witz ist: Es funktioniert. Die Chieftains sorgen mit allerhand Gästen für Crossover der unerwarteten Sorte. Meist wird auf Spanisch geträllert, was oft in tanzwütige Nummern ausartet, aber auch oft die Gemütlichkeit der Mexikaner ausstrahlt. Dagegen stellen sich ein paar englischsprachige Lieder, die das mexikanische Element weitestgehend außen vor lassen und nicht komplett ins Programm passen. Alle Irish-Folk-Fans werden es danken, denn auch wenn die ungewohnte Mischung für ein paar sehr interessante Momente sorgt, freut man sich die üblichen Chieftains zu hören.

Es gibt viel und gleichzeitig nichts zu den 19 Tracks des Albums zu sagen. Es ist schwer zu beschreiben und dann doch wieder ganz simpel und offensichtlich. Die Chieftains versuchen zusammen mit ihren Gästen keine Neuerfindung zu starten, sondern geben irische, wie auch mexikanische Musik so wider, wie man es aus Filmen und dem Radio kennt. Das einzig Neue hieran ist, dass die Stile sich ab und an vermischen. Dieses interessante Prinzip wird jedoch nicht mit einer Konsequenz verfolgt, wie man es sich von einer so eingesessenen Gruppe erhofft hätte. Letztendlich muss man es als Horizonterweiterung und kleinen Ausflug der Iren sehen, aber nicht als Meisterwerk, nur weil man sich einer neuen Kultur widmet.

Anspieltipps:

  • Luz De Luna
  • San Campio
  • La Iguana

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