Melissa Etheridge - Fearless Love - Cover
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Melissa Etheridge Fearless Love


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Fearless Love” ist das mittlerweile zehnte Studioalbum seit Melissa Etheridges’ Debüt im Jahr 1988.

Eine knappe Woche vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums gab Melissa Etheridge nach sieben Jahren Ehe die Trennung von ihrer Frau Tammy Lynn Michaels bekannt. Da man davon ausgehen darf, dass diese Entscheidung nicht von heute auf morgen getroffen wurde, sondern das schmerzliche Resultat eines langen Prozesses ist, darf man ebenso davon ausgehen, dass die Songs auf „Fearless Love” ganz unter dem Eindruck dieser Lebensphase stehen und entsprechend unter die Haut gehen. Die besten Songs schreibt eben nur das Leben selbst.

„Fearless Love” ist das mittlerweile zehnte Studioalbum seit Melissa Etheridges’ Debüt im Jahr 1988. Es wurde von Grammy-Gewinner John Shanks produziert, der früher in der Band von Melissa Etheridge (48) Gitarre spielte und seit nunmehr zehn Jahren als gefragter Songwriter und Produzent im Pop/Rock-Bereich u.a. Alben von Bon Jovi, Alanis Morissette, Sheryl Crow und Miley Cyrus auf die kommerziellen Sprünge half. Etheridges’ Marschroute für ihrem alten Weggefährten lautete, die bisherigen Einflüsse ihres Sounds zu bewahren und vor allem eine Portion mehr Rock’n’Roll oben drauf zu packen.

Das klappt besonders zu Beginn des Albums sehr gut, wenn Songs wie der Opener und Titeltrack „Fearless love“ und „The wanting of you“ mit hymnischen Pianoklängen und treibenden Drums zum Angriff blasen. Das ist amerikanischer Mainstream-Rock per Excellenze, den auch Bon Jovi nicht besser hinbekämen, was auch anzeigt, wie viel Einfluss ein John Shanks auf das Songwriting der letzten Bon-Jovi-Alben hatte. Eine weitere Folge dieser Liaison ist der Fokus auf gnadenlos eingängige Melodien („Drag me away“ und allen voran „Indiana“) und tatsächlich etwas stärker rockende Tracks als in der Vergangenheit von Frau Etheridge zu hören waren („Miss California“, „Nervous“).

Zusammen mit Melissa Etheridges’ typischen Power-Balladen wie „Heaven on earth“ und „We are the ones“, in der übrigens Natasha Bedingfield und Joss Stone einen relativ unauffälligen Gastauftritt als Backgroundsängerinnen hinlegen, ergibt sich ein gutes Mainstream-Album, an dem es handwerklich nichts auszusetzen gibt, außer vielleicht, dass sich jeder Indie-Fan aufgrund der Dicke-Hose-Produktion mit Grausen abwenden dürfte. Aber ein Indie-Fan würde auch nie ein Melissa-Etheridge-Album in die Finger nehmen. Von daher: Passt schon!

Anspieltipps:

  • Indiana
  • Nervous
  • Miss California
  • We are the ones
  • The wanting of you

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