Armored Saint - La Raza - Cover
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Armored Saint La Raza


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf der Suche nach einem durch und durch klassischen Heavy-Metal-Album, sollte bei „La Raza“ ein Zwischenstopp eingeplant werden.

Armored Saint aus Los Angeles, Kalifornien war nie der große Durchbruch geglückt, obwohl nach einer selbstbetitelten 3-Track EP von 1983 das damalige Majorlabel Chrysalis an ihre Tür geklopft hat und drei von der Presse geliebte, aber in den Regalen liegengelassene Alben („March of the saint“ (1984), „Delirious nomad“ (1985) und „Raising fear“ von 1987) in Umlauf brachte. Gute Plattenverkäufe waren eben auch in den 80er Jahren wichtig, der Band wurde der Vertrag gekündigt und nachdem 1990 der langjährige Freund und Gitarrist der Band, Dave Prichard, an Leukämie gestorben war, hieß es erst einmal die weitere Vorgehensweise zu überdenken, die nach dem Release von „Symbol of salvation“ (05/1991) beim neuen Vertragspartner Metal Blade in einen längeren Split gipfelte.

Erst acht Jahre später schlossen sich John Bush (Gesang), Jeff Duncan (Gitarre), Phil Sandoval (Gitarre), Joey Vera (Bass) und Gonzo Sandoval (Schlagzeug) wieder zusammen und veröffentlichten ein Jahr später „Revelation“ (03/2000), eine Platte, die einen neuen Abschnitt von Armored Saint einläuten sollte. „Since then, we´ve never really considered our band to be of the normal toilet going variety. The kind that makes a record, tours excessively, makes videos, comes home and does it all over again going further and further into debt. Instead, we make records and play dates when we feel like it” erklärt Sänger Joey und so mussten Fans auch eine komplette Dekade auf neues Material der klassischen Heavy Metal-Kombo warten.

Bei dieser unorthodoxen Veröffentlichungsstrategie ist es dann nicht verwunderlich, wenn der sechste Output namens „La raza“ moderne Einflüsse gänzlich ausschließt und der Opener „Loose cannon“ trotz einminütiger Einleitung etwas zahnlos und zurückhaltend beginnt. Zwar merkt man, dass hier keine Newcomer am Werk sind und der Song vom grandiosen Zusammenspiel der Musiker und nicht von der Produktion bestimmt wird, aber neue Anhänger werden Armored Saint mit dieser Verweigerungshaltung aller Voraussicht nach nicht gewinnen, doch um ehrlich zu sein: Eigentlich passt das auch so. Die zehn Tracks auf „La raza“ atmen ihre ganz eigene Luft und die hiermit angestrebte Zielgruppe will von den fünf Herrschaften aus Los Angeles keine Doublebass-Attacken oder eine alles in Grund und Boden stampfende Abmischung, sondern herkömmliches Songwriting, das den Geist der 80er heraufbeschwört und in Nostalgie schwelgen lässt.

Richtig laut und fetzig wird es nur im knackigen „Left hook from right field“, der Punk angehauchten Nummer „Little monkey“ oder in kurzen aufbegehrenden Zwischenspielen in den restlichen Songs. Armored Saint halten sich lieber vorrangig im Midtempo auf und vertrauen einfach auf ihre künstlerische Klasse, die besonders im balladesken „Chilled“, dem von mehreren Solos geprägten Mittelteil des Titeltracks oder dem mitreißenden Rausschmeißer „Bandit country“ für herrliches Old School-Feeling sorgt, streckenweise aber trotzdem zu siegessicher aus den Boxen perlt, wodurch der eine oder andere Durchhänger vorprogrammiert ist. Auf der Suche nach einem durch und durch klassischen Heavy-Metal-Album, sollte bei „La Raza“ nichtsdestotrotz ein Zwischenstopp eingeplant werden.

Anspieltipps:

  • Chilled
  • Bandit Country
  • Left Hook From Right Field

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