Parachute - Losing Sleep - Cover
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Parachute Losing Sleep


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem das amerikanische Publikum schon seit letztem Jahr in den Geschmack des ersten Albums der Band aus Charlottesville kommen durfte, ist es nun auch hierzulande endlich soweit. Zumindest die Besucher der Kelly Clarkson-Tour im vergangenen Jahr hatten bereits einen Live-Vorgeschmack gewinnen können und das positive Feedback des dortigen Publikums machten durchaus neugierig auf das Erscheinen des Albums.

Die Band, deren Mitglieder alle erst im Jahr 2008 das College abschlossen und im gleichen Jahr ihren heutigen Bandnamen wählte, stehen mit ihrem Debütalbum „Losing Sleep“ noch ganz am Anfang ihrer Bandgeschichte. Erstaunlich deshalb, dass sie zeitgleich schon im Rahmen ihrer Supportbandtätigkeit u.a. Von 3 Doors Down, Duffy oder Kelly Clarkson auf beeindruckenden Bühnen spielen durften. Ihre beiden Singles „She Is Love“ und „Under Control“ schmücken zudem eine amerikanische Nivea-Werbekampagne, die ihnen auch einen Gig auf dem Times Square bescherte. Produziert wurde „Losing Sleep“ u.a. von John Shanks (Miley Cyrus, Bon Jovi, BSB, Michelle Branch), Chris Keup (Jason Mraz, Jonathan Rice) und John Fields (Jonas Brothers, Mandy Moore, Pink).

Das Album beginnt wie erwartet pop-rockig mit einer leicht ins Ohr gehenden Nummer. Zwar sticht Sänger Wills Stimme schon ansatzweise hervor, die Glätte des Songs lässt jedoch keinen Raum für Ecken und Kanten. Zudem fehlt ein wenig die besondere Note, die wirklich neugierig auf mehr macht. Weiter geht's mit „Back Again“, dessen Intro schon ein wenig mehr verspricht als die Nummer zuvor. Gesang und Gitarren haben einen gewissen Schliff, der erste Einzigartigkeitsansätze vermuten lässt. Hinzu kommt das, was den Sound der Band endgültig von dem der üblichen 08/15-Bands des gleichen Genres abhebt: Kit French und sein Saxophon. Man mag denken, dass dieses Instrument zu sehr aus dem Gesamtgefüge hebt, doch in diesem Fall verschmilzt es perfekt mit dem Gesamtbild und setzt die nötigen Akzente, die Parachute zu etwas besonderem machen können.

Bei „She (For Liz)“ hebt sich vor allem die Kopfstimme von Will hervor, die dem Song Gefühl und eine gewisse Sanftheit trotz rockiger Gitarrenklänge verpasst. Ähnlich sanft geht es mit „Mess I Made“ weiter, das mit schlichtem Setting, anfangs nur aus Klavier und Gesang bestehend, eine andere Seite der Band zeigt. Gefühlvoll ist der Song die erste wirkliche Ballade des Albums, die weiß wie man Emotionen transportiert und Eindruck hinterlässt. Ebenso sanft geht es weiter mit „She Is Love“, der ersten Singleauskopplung der Amerikaner. Schlicht akustisch nur mit Gitarre und Gesang schafft es vor allem der Refrain des Titels mühelos im Ohr hängen zu bleiben und es bedarf kein zweites Hören, um die gefühlvolle Ballade in ruhigen Momenten nachzusummen.

„Ghost“ bringt die schnelleren Nummern der Band zurück, wenn es dem Song auch nicht ganz gelingen mag, den Hörer zu überzeugen. Auch gute Gitarrensoli können die Durchschnittlichkeit dieses Tracks nicht wett machen – schade! Zum Glück folgt darauf „Under Control“, die zweite Singleauskopplung. Schon das Intro zieht in seinen Bann, verleiht der Band eine weitere Facette, die zum Mitwippen einlädt und die nötige Prise Einzigartigkeit mit sich bringt, die eine junge Band nötig hat. „Blame It On Me“ schließt mühelos an, auch hier fällt es schwer nicht mitzuwippen. Auch „Words Meet Heartbeats“ weiß mit flotten Rhythmen zu überzeugen und stärkt die Qualität des Albums deutlich. Mit „New Year“ wird nochmals ein letzter Ohrwurm nachgelegt, bevor das Album mit der Bandversion von „She Is Love“ abschließt.

Insgesamt ein durchaus gutes Debütalbum, das deutliche Ansätze der Einzigartigkeit der jungen Band gibt. Leider klingen einige Songs sehr austauschbar und könnten ebenso von einer anderen Band gleichen Genres stammen. Allerdings muss man anmerken, dass ihre Unverwechselbarkeit glücklicherweise bei ihren Live-Performances deutlich wird. Dem Album hilft diese Tatsache nur leider an manchen Stellen nicht.

Anspieltipps:

  • Mess I Made
  • Under Control
  • Blame It On Me
  • New Year

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