Lou Rhodes - One Good Thing - Cover
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Lou Rhodes One Good Thing


  • Label: Motion Audio/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es knistert und lodert in jeder Minute in Form von Lagerfeuerromantik, oft nur mit gezupfter Gitarre und der süchtig machenden Stimme Lou Rhodes´ versehen.

Zwischen 1996 und 2003 veröffentlichte das britische Duo Lamb, bestehend aus Andy Barlow und Lou Rhodes, obgleich auch zeitweise um weitere Musiker ergänzt, vier Alben voller elektronischer Soundlandschaften und dem prägenden Gesang von Lou Rhodes. Singles wie „Górecki“ und „Gabriel“ waren im TripHop beheimatet, brachten aber auch Jazz-Anleihen und ein inniges Pop-Verständnis auf den Punkt, so dass es Liebhaber der melancholisch erobernden Electronica von Lamb schmerzte, erst einmal nichts mehr vom Duo zu hören. „Between Darkness And Wonder“ aus dem Jahr 2003 markierte das letzte Lebenszeichen, was eine Studio-Veröffentlichung betrifft.

Doch Sängerin Lou Rhodes startete, bei dieser außergewöhnlichen Stimme auch deutlich zu begrüßen, eine Solo-Karriere, die nach dem Mercury Award-nominierten „Beloved One“ (2006) und „Bloom“ (2007) nun „One Good Thing“ folgen lässt. Ein Album, das Intimität und naturbelassene Schönheit im kargen Singer/Songwriter-Gewand präsentiert, um vielleicht gerade ob der leisemalerischen Zurückhaltung die Faszination für das Wesentliche neu zu entfachen. Allein schon ein schlichter Songtitel wie „Janey“, so der Name ihrer verstorbenen Schwester, lässt es dem Hörer bitterkalt den Rücken herunterlaufen, um von Lou Rhodes so zart und behutsam wieder aufgefangen zu werden. Angefangen beim hoffnungsspendenden „One Good Thing“, prägnantem Gitarren-Picking und akzentuiertem Streicher-Einsatz über das bereits erwähnte, trotz aller traurigen Anspielungen mit aufrüttelnden Trommelschlägen ausgestattete „Janey“ bis hin zum mystisch verschrobenen „Circles“, bei dem Lou Rhodes ihre gesamte Palette an Stimmvolumen zur Schau stellt.

Es knistert und lodert in jeder Minute in Form von Lagerfeuerromantik, oft nur mit gezupfter Gitarre und der süchtig machenden Stimme Lou Rhodes´ versehen, ohne in Beiläufigkeit oder gar Langeweile abzudriften. Die spezielle Aura der Britin umweht „One Good Thing“ und lässt keine Wünsche offen, was fast schon schmerzliche Direktheit und jederzeit magische Songwritingkunst angeht. Jeder Ton, jede Beigabe aus Percussions und Streicher umsorgt die reduzierte, aber höchst markante Gitarre und macht daraus im Zusammenspiel mit den über allem thronenden Vocals ein fesselndes Album nüchterner Eleganz.

Anspieltipps:

  • One Good Thing
  • Circles
  • The Ocean
  • Baby
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