Black Francis - Nonstoperotik - Cover
Große Ansicht

Black Francis Nonstoperotik


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Viel hat sich ja nicht geändert, seit Frank Black wieder als Black Francis musiziert. Okay, er macht’s allein, der Jam-Charakter bleibt bei den Catholics, und, ach ja, eine veritable Reunion-Welle half er mit loszutreten, als sich 2004 die Pixies wiedervereinten, aber nur zur Live-Beglückung und Kontoaufbesserung, nicht um tatsächlich neues Material entstehen zu lassen. Und wer hätte es gedacht: Wenn die Indie-Pioniere es so machen, trauen sich selbst Betriebssaboteure wie Rage Against The Machine gleich zu verfahren.

Nun also mal wieder neues von Black Francis: „Nonstoperotik“. Der Albumtitel ist so unmissverständlich, wie das darauf befindliche Material. Und schon auf dem letztjährigen Projekt, der bisher einzigen Kollaboration mit der lieben Ehefrau, Grand Duchy mit dem Albumtitel „Petits Fours“, wurde es hübsch offenbart: da lieben sich zwei Menschen gerade sehr. So sehr, dass das Albumartwork mehrere gerade-aufgewacht-Fotos der Liebsten im Ehebett zeigt.

Kurz und gut: Songs über Liebe. Erfüllte, glückliche Liebe. Vom sympathischen, molligen Anti-Rockstar Black (beziehungsweise Francis). Schön wie beispielsweise auf „Lake Of Sin“ das breitbeinige Rock-Riff wieder und wieder gegen die tröpfelnde Indie-Intonierung vergebens anläuft – die sich heraussägende Rockgitarre, die doch wieder eingefangen wird und punktuell bleibt, ist fast schon ein Markenzeichen Black Francis’. „Wild Son“ ist ein schöner, typischer Post-Pixies-Song von Black, mit diesem beinahe perkussiven Klaviertonteppich und seinen träumerischen Gitarrenmelodien. „Six Legged Man“ drückt ordentlich auf die Post-Punk-Tube und beim Titeltrack brechen sich balladesk Liebesgeständnisse eruptiv Bahn, inklusive „I want to be inside of you“-Geflüster.

„Nonstoperotik“ ist ein typisches Album eines Vollblutmusikers und Fleißbuben: schnell gemacht, ordentlich geworden, thematisch eng, beruhigend ohne Ewigkeitsanspruch und nicht zu lang. Für Fans die alles haben müssen, und für alle die noch nie etwas weder von Black Francis noch Frank Black gehört haben.

Anspieltipps:

  • Lake Of Sin
  • Wild Son
  • Six Legged Man

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „Black Francis“
comments powered by Disqus