MGMT - Congratulations - Cover
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MGMT Congratulations


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Diese Art Musik bleibt im Kopf und fordert durch ihre Unkonventionalität.

Das Album „Oracular Spectacular“ ist zumindest in Fragmenten Pflicht in eines jeden Popfans Musikregal. Ob es sich um den Radiohörer handelt, der sich in „Kids“ oder „Time To Pretend“ verliebte oder Hardcore-Fans, welche die Mischung aus Retro-Punk und Avantgarde-Elektro so sehr liebten, dass kaum ein Lied etwas zu wünschen übrig ließ. Viele Kinderchöre und einfache, aber konsequente Elektrogitter formten die Tracks und davon scheinen die Jungs nachträglich geschädigt. Auf dem neuen Album „Congratulations“ geht es akustischer und organischer zu. Allein der Titeltrack zum Abschluss ist eine ruhige, schnörkellose Ballade, die nicht um Aufsehen bettelt, sondern im besten Indie-Stil für sanfte Gemüter sorgen will. Klingt nicht so spannend wie der umjubelte Vorgänger, ist aber auf lange Sicht nicht minder verrückt.

Der Titelsong darf nicht als Maßstab herhalten. Die beinahe harmlose, wenngleich schöne Schlussballade spiegelt den Geist dieses Postpunk-Elektro-Pop-Werks in keiner Weise wieder. Der Opener „It’s Working“ zeigt mit Up-Tempo-Retro-Spaß-Musik schon eher welche Kunstrichtung diesmal eingeschlagen wird. Auch hier fehlt, wie schon auf dem Vorgänger, die zündende Idee, damit der Track auch wirklich im Kopf stecken bleibt. Strukturen waren noch die Stärke des Duos, vielmehr ist es die eigenartige Wahl der Musikrichtung. So wird in „Song For Dan Treacy“ gequietscht in bester 60er-Jahre-Manier, wie es sonst aus Serien wie „Scooby-Doo“ und von anderen Kindern der Hippie-Ära bekannt ist.

Diese Art Musik bleibt aber natürlich im Kopf und fordert durch ihre Unkonventionalität. Das psychedelische Element ist Trumpf und übernimmt auf dem neuesten Output MGMTs (großteils) noch den Part der Elektronik. So fängt „Flash Delirium“ wie ein möglicher Elektro-Rocker an, wird aber schnell eine weitere Nummer, die den Geist der 60er so authentisch wieder gibt, ohne altmodisch zu wirken, wie es sonst nur Junior Senior aus Dänemark schafften. Wirklich variieren tut der Stil der Lieder untereinander nicht und so ereilt auch dieses Album, wobei es schon nur neun Lieder sein Eigen nennt, dasselbe Problem, welches schon Oracular Spectacular hatte. Die Lieder schaffen es nicht, hervorzustechen und sich voneinander abzusetzen, was für einen zu homogenen Eindruck sorgt. „Plastic Beach“ der Gorillaz ist harmonischer als eines ihrer vorigen Alben, aknn aber von Track zu Track für neue Horizonte sorgen, MGMT lässt den Hörer eine Dreiviertelstunde auf ein einziges Bild starren, das fix ist und verharrt, anstatt sich zu entwickeln.

Auch der Zwölfminutenbrocken „Siberian Breaks“ ändert nicht viel an diesem Eindruck, bestärkt ihn sogar mehr, denn wenngleich das lange Stück nicht langweilig wird, schwimmt es mehr auf einer Grundstellung, anstatt sich zu entwickeln. „Brian Eno“ ist dann noch eine herrlich abgedrehte Nummer, die aber so spät kommt, dass man sich längst an das Songkonstrukt der Band gewöhnt hat und die Verrücktheit im Strudel des psychedelischen Stroms mehr oder weniger untergeht. So ist auch dieses Mal „nur“ ein gutes Album herausgesprungen, da MGMT sich ein weiteres Mal zu schnell alle Ideen in jeden Track packen wollen, anstatt sie säuberlicher aufzuteilen und für Überraschungen sorgen zu können.

Anspieltipps:

  • Brian Eno
  • Flash Delirium
  • Congratulations
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