Wolf Maahn - Vereinigte Staaten - Cover
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Wolf Maahn Vereinigte Staaten


  • Label: Libero/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Sechs Jahre musste man auf ein neues Studioalbum von Wolf Maahn warten. Wolf Maahn war zwar nicht untätig, sondern tourte mit seinem Unplugged-Programm mit Band und Solo durch Deutschland, doch bis auf zwei neue Songs und einem Duett von Maahns Nummer „Ich wart’ auf Dich“ mit Xavier Naidoo gab es lang kein neues Material zu hören. Jjetzt sind 12 neue Lieder da. Das Booklet verrät, dass das Team noch enger zusammengerückt ist. Der Sohn von Wolf Maahn kümmert sich um die Homepage und selbst die ehemaligen Gitarristen Winstroer und Krauss haben an diesem Album tatkräftig mitgewirkt. Sein ehemaliger Gitarrist Krauss half beim Aufnehmen im Studio mit, dass Volker Vaessen (Bass) gehört. Produziert hat das Album Wolf Maahn selbst.

Das Album startet rockig und gitarrenlastig. Im Text reimt sich News auf Blues. Spätestens da ist der Wiedererkennungseffekt gegeben. Das nächste Stück ist ein Mix aus Soul, Reggae und Funk. Ganz anders aber immer noch Maahn. Hier darf sich Maahns exzellente Band an den Backing Vocals austoben. Das namensprägende Stück „Vereinigte Staaten“ kommt dann ruhiger daher. Hier geben sich Piano und E-Gitarre die Hand, die den Song besonders machen. Es ist sehr eingängig und klingt ebenfalls nach Maahn.

Drei unterschiedlichste Stücke decken Maahns Facetten ab. Danach flacht das Album etwas ab. Bei „Dein Gang“ versucht er mit Sprechgesang zu punkten, dies gelingt ihm aber nur mäßig. „Süßes Glück“ klingt ein bisschen wie „Schlüssel, der zum Himmel passt“ vom Vorgängeralbum, ein prägender Refrain und der Rest ist eher Beiwerk. „Das Ding“ klingt gelangweilt gesungen, erst mit „Am heutigen Morgen“ kehrt der typische Maahn-Groove zurück. Doch auch in der zweiten Hälfte gibt es einen negativen Song. „Was dümmer macht“ hat einen dummen Text, Vokale werden lang gezogen und kein Ton getroffen. Danach gewinnt das Album wieder ein bisschen an Fahrt. „Nonstop Superflat PopUp Internetshow“ kritisiert gekonnt die ständige Erreichbarkeit in Kombination mit Mangel an echter Zuwendung. Doch selbst dies thematisierte er bereits auf dem Vorgängeralbum. Mit dem letzten Track der CD „Flucht nach vorn“ gelingt ihm genau dies tatsächlich. Eines der stärksten Stücke dieses Albums. Im Text wird (seine eigene?) Zerbrechlichkeit und die Suche nach dem Weg durchs Leben angerissen und dass die Flucht nach vorn eine Möglichkeit ist, besser klarzukommen. Dazu eine sanftere Melodie und fertig ist der Song mit Gänsehautfaktor.

Wolfs Stärke ist gleichzeitig sein größtes Problem. Er ist facettenreich, mag selbst Rock, Soul, Blues und R&B. Für jeden Geschmack findet sich etwas auf diesem Album. Das schafft kaum ein Künstler in Deutschland. Umgekehrt wird fast jeder aber auch mal die Skip-Taste des CD-Players nutzen und Lieder überspringen. Und was fast ein bisschen schade ist, ist dass kein Lied neu und frisch klingt. Es könnte eine Zusammenstellung alter Songs sein. Bei Live-Konzerten hingegen wird sich die Band mehr in den Vordergrund spielen können und da wird es angenehm sein, dass sich die neuen Stücke gut einfügen lassen. Vielleicht wäre es gut beim nächsten Album, mehr Leute und somit Einflüsse von außen zuzulassen.

Anspieltipps:

  • Unter einem großen Himmel
  • Vereinigte Staaten
  • Am heutigen Morgen
  • Flucht nach vorn

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