Jakob Dylan - Women + Country - Cover
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Jakob Dylan Women + Country


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach fünf Alben und 15 Jahren in Diensten der Band The Wallflowers, machte sich Jakob Dylan (40) als Singer/Songwriter quasi selbstständig und trat damit endgültig in die übergroßen Fußstapfen seines Vaters Bob Dylan (68). Für sein Solodebüt „Seeing Things“ (05/2008) holte sich Dylan Junior mit Rick Rubin (47) scheinbar den genau richtigen Produzenten ins Boot, doch das Ergebnis klang nur selten überzeugend. Für Soloalbum Nummer zwei vertraute sich der Songschreiber deshalb nun wieder T Bone Burnett (u.a. B.B. King, Joseph Arthur, Elvis Costello, Cassandra Wilson) an, mit dem Jakob Dylan bereits vor über einer Dekade zusammenarbeitete, als T Bone Burnett das 1996er Durchbruchsalbum der Wallflowers („Brining Down The Horse“) betreute.

„Women + Country“ entstand in Dylans Wahl-Heimat Los Angeles unter der Mithilfe zahlreicher Top-Studiomusiker wie z.B. Drummer Jay Bellerose (Paula Cole, Grant Lee Philips, Mose Allison), Bassist Dennis Crouch (John Mellencamp, Johnny Cash, Steve Earle, Alison Krauss) und Gitarrist Marc Ribot (Tom Waits, Joe Henry, Elvis Costello). Dazu begleiteten ihn als Backgroundsängerinnen Neko Case und Kelly Hogan – beide ebenfalls hochgelobte Singer/Songwriterinnen.

Jakob Dylan knüpft in den elf Songs auf „Women + Country“ grundsätzlich an die Machart des Vorgängers an und begibt sich im Stile eines Storytellers auf die Spuren von Americana, Blues und Folk. Allerdings betreibt er dies mit äußerst reduzierten Mitteln, wodurch sich bei den Wallflowers-Fans vermutlich eine gewisse Enttäuschung einstellen könnte. Flotte Pop/Rockmusik sucht man auf „Women + Country“ nämlich vergebens. Vielmehr verlangt das Album nach einer intensiveren Auseinandersetzung, wenn nicht gar nach einem kleinen Kampf mit dem Hörer.

In einigen Stücken geht Jakob Dylan ungewöhnlich schwerfällig, mitunter sogar etwas verschnarcht zu Werke („We don’t live here anymore“, „Yonder come the blues“) bzw. liefert arg harmlose Schunkellieder ab („Smile when you call me that“). Das macht es dem Hörer nicht gerade leicht, die Schönheit einzelner Melodien wie in „Everybody’s hurting“, „Truth for a truth“ oder „Nothing but the whole wide world“ zu entdecken, wodurch das Album für den einen zu einem klassischen „Grower“ und für den anderen zu einem langweiligen Ausflug in Country- und Folkgefilde wird. Dabei gibt sich der 40-Jährige alle Mühe, um z.B. mit an Tom Waits angelehnten Kompositionen mit tollen Bläserparts zu überzeugen („Lend a hand“, „Standing eight count“). In solchen Momenten wird deutlich, was aus diesem Album hätte werden können, wenn Jakob Dylan mehr Mut zum Risiko gehabt hätte.

Anspieltipps:

  • Truth for a truth
  • Everybody’s hurting
  • Holy rollers for love
  • They’ve trapped us boys
  • Nothing but the whole wide world

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