Supercharger - Handgrenade Blues - Cover
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Supercharger Handgrenade Blues


  • Label: VME/Twilight
  • Laufzeit: 50 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mikkel Neperus (Gesang), Thomas Buchwald (Gitarre), Thomas S. Pedersen (Gitarre), Brian Jensen (Bass) und Benjamin Funk (Schlagzeug) aus Dänemark sind schon ein paar verdammt coole Typen. Benennen sich nach einem speziellen Verfahren zur Leistungssteigerung von Verbrennungsmotoren (oder vielleicht doch nach der gefloppten Machine Head-Scheibe von 2001?), klingen dabei als würde sie gerade in die Steckdose greifen und singen währenddessen über das schöne Leben mit Bier, Weibern und Rock´n´Roll. Für diese ganz und gar originelle Idee gibt es dann gleich mal 5 Punkte Abzug, denn räudigen Rotzrock, der Elemente von AC/DC („Join in and lose it“) trägt und schmutzige Texte hat, gibt es schließlich schon zur Genüge und auf „Handgrenade blues“ ist die Umsetzung dessen nicht unbedingt glücklich verlaufen.

Keine Frage, irgendwo im stillen Kämmerlein könnte das Talent jedes Einzelnen der dänischen Herrschaften ans Tageslicht treten, doch gemeinsam treten sich Supercharger pausenlos auf die Füße und wäre das nicht schon genug, gibt es für den Hörer noch den ultimativen Overkill in Form von Kuhglocken, Hammond-Orgel, Mundharmonika oder Piano, die den scheinbar an ADS-erkrankten Rock um eine zusätzliche Nuance bereichern sollen, in ihrer sinnentleerten Penetranz aber nur auf die Nerven fallen. Schließlich reicht es dem Gehörgang schon das Geschrei von Neperus zu ertragen, während seine Mitmusiker wie vom Teufel besessen an ihren Instrumenten herumschrubben, ganz so als würde der Erste ein Sternchen in sein Fleißheft bekommen.

Wäre das nicht schon genug, ist der pausenlos übertriebene Schenkelklopferhumor (nach einem „Thank you“ klimpert schon mal Bares, es wird gelacht, Auszählreime angewandt („Shame baby“) und die allzu lockere Attitüde der Herrschaften geht ohnehin nach ein paar Songs gehörig auf die Nerven) schnell erschöpft und viele Songs unterscheiden sich gerade einmal dadurch wie oft ins Mikro geschrieen wird oder ob es eine Bridge mit Solo nach der zweiten Strophe gibt. Nein, Supercharger übertreiben es an allen Ecken und Enden und reißen trotz kratziger Produktion von Tue Madsen (Dark Tranquillity, Moonspell, Sick Of It All) niemanden mit, sodass es die Herrschaften nicht verwundern sollte, wenn es nach ihrem Aufruf „If you wanna rock, motherfuckers stand up“ („If you wanna rock“) niemanden von den Sitzen reißt.

Anspieltipps:

  • Lets Roll
  • Join In And Lose It

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